Samstag, 22. September 2012

Besuch bei unseren Schafen Samstag, 22.9.12

Hallo, liebe Lenauer!

Gestern war wieder Schafebesuchstag. Frau Raupach, unsere Tierhomöopathin, die die Lenauer Schafe schon seit mehr als zehn Jahren behandelt, war mit ihrem Sohn Oliver mitgekommen, um sich Conny anzusehen. 
Zuerst gingen wir mit Bruno spazieren. Am Totenpfuhl sprang er wieder ins Wasser und genoss es sehr, drinzuliegen und aus dem Teich zu trinken. Dann schüttelte er sich kräftig. Doch würde er bis zum Abend wieder trocken werden? Damit er im Haus schlafen kann? Ich glaube, die Hundeschwimmzeit geht so langsam vorüber....



Hier sieht man einen furchtlosen Sechsjährigen mitten unter den Lenauer Schafen: Alma schaut ins Foto, weiter hinten guckt Petit Criu zu.



Nichts entgeht ihr. Sie hat die totale Kontrolle über alles, was passiert: Alma. Wieder konnte man bemerken, dass sie Kinder lieber mag als Erwachsene. Sofort wandte sie sich Oliver zu und er nahm das Streichelangebot sehr gerne an. Im Hintergrund schaut Herr Weiss zu.
 

Conny freute sich über unseren Besuch. Sehr schwach und wackelig, kam sie später sogar noch heraus und fraß Knäckebrot, Pellets (Kraftfutter), Weidenblätter, Löwenzahn und Gras von der Wiese!!!

Herr und Frau Klingler hatten den Kaffeetisch vor dem Ferienhaus mit eingezäunt, so dass Conny und Fleckchen immer zu ihnen kommen können, wenn sie dort Kaffee trinken. Gestern war es dazu zu kalt und windig, aber an allen Tagen vorher saßen Klinglers dort und hielten Kaffeezeit mit den beiden alten Schafen. 

So freundlich und entgegenkommend werden die Alten gepflegt, mehrfach am Tag bekommt Conny Besuch und etwas zum Fressen angeboten - und Gesellschaft! DANKE!!!



Wie sehr Conny teil nimmt, sieht man an ihrem Blick. Öfter schaute sie mich sehr intensiv an. Wenn man nur mehr wüsste und nicht so in seinem Menschen-Alltags-Käfig gefangen wäre --- dann könnte ich vielleicht erspüren, was Conny ausdrücken möchte...




Sie bewegte ihre müden Glieder hinaus und zeigte sich dankbar für unsere Anteilnahme und Gesellschaft, die wir ihr anboten. Was ich letzten Sonntag mit ihr erlebte, war wohl eher eine Krise und noch nicht das Ende. Ich dachte damals, sie stirbt innerhalb der nächsten 24 Stunden...

So ist das mit dem Altern. Denken wir nicht viel zu wenig darüber nach? 

Conny ist völlig mit sich im Reinen. Sie leidet nicht, hat keine Schmerzen. Woran man das merkt? Schaut sie Euch einmal an! Wer starke Schmerzen hat, zieht sich zurück und reagiert nicht mehr auf Kontaktversuche, wird apathisch. Und das war Conny nun ganz und gar nicht.

Sie bekam ein homöopathisches Mittel und viele gute Wünsche mit auf den Weg.


Der Abschied von Conny später fiel mir schwer: Würde ich sie lebend wiedersehen? Ich glaube aber, schon, so vom Gefühl her.

Auch Daphne bekam ein homöopathisches Medikament für ihre Füße. Sie hat Schwierigkeiten mit dem Laufen und wirkt nicht mehr so fröhlich und stark wie sonst. Paulines Auge tränte, auch sie bekam etwas dafür, damit es besser wird.


Daphne, würdest Du es mögen, wenn Du Deine Glocke wieder hättest? Wir glauben, dass  Dir das Die-Glocke-Tragen sehr gefallen hat.
 
 Wir besuchten auch die andere Herde. Als wir zu den Lenauern gingen, machten sie, obwohl sie einen halben Kilometer weiter entfernt standen, einen ungeheuren Rabatz. Wir wollte uns auch Maske-Marie und Bonsai anschauen und ein kleines Schäfchen, das von Anfang an sehr krank war, das sich aber wieder gut erholt hat, na und die Anderen natürlich auch....




 Familie mit Schaf


 
Hier hat Oliver Fleckchen den Ausgang verbaut.
"Ich mach es gleich wieder weg," sagt er, "wenn Conny wieder rein will."
Fleckchen kann es noch nicht fassen.... 

Hier sind wir wieder auf der Lenauer Weide, hinten sieht man Pony, links Daphne und rechts Oliver und Alma.



Ist das nicht auch ein schönes Bild? Damit will ich mich für heute verabschieden und nehme mir vor, mit dem nächsten Bericht von der Herde nicht sooo lange zu warten..  ; )

Herzliche Grüße an alle kleinen und großen Lenauer von der Weide in Garz und von diesem Blog aus!

Eure Christa Brenner-Nees

Dienstag, 28. August 2012

What enhances hand, enhances mind, too.

Der Wahlpflichtunterricht war heute sehr schön. Wir filzten weiter Bälle zum Jonglieren und begannen, die Säckchen zu nähen. Die vier Mädchen aus der Fünften hatten noch nie in ihrem Leben eine Nähnadel in der Hand gehabt, wobei die Herren im Kurs geschickt mit ihren Nadeln und dem Stoff hantierten. Übung ist eben alles.

  Schöne Dinge mit Atmosphäre aus der Wollwerkstatt.

  
Wenn man etwas zum zweiten Mal macht, geht es schon sehr gut.
  
Hier nähen zwei Herren sehr geschickt. Der dritte, Tobi,  hält ihnen ein schönes Gespräch. Auch das gehört zum Handwerk und zur Handarbeit dazu. 
Am Ende des Tages, nachdem sich die schöne Stimmung so richtig in meiner Seele ausgebreitet hatte (Ich DARF das mal so sagen, bitte!), dachte ich daran, außen an die Tür der Werkstatt zu schreiben, dass man bitte NIE vergessen solle, dass das griechische Wort für Schule, SKOLÉ, damals gleichzeitig auch das Wort für "Muße" war. Niemals vergessen, bitte!
Wahrscheinlich ging das damals so gut, weil in der Zeit, wo die Herren müßig gingen, die Frauen und die Sklaven die Arbeiten verrichteten und so am Ende des Tages doch ein schönes Essen auf dem Tisch stand etc. etc.....
Bastian kann jetzt sogar schon die Knoten am Ende des Fadens machen, so dass der Faden am Stoff festhält. Toll!
Auch Peter macht das alles schon sehr geschickt und selbstständig. Er braucht praktisch keine Hilfe mehr.

 Pablo bearbeitet versunken seinen Ball.


Die Bälle von heute und die angefangenen Aufbewahrungssäckchen.
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Samstag, 4. August 2012

Unsere dritte Schafesause am 31.7.2012

Am 31.7. waren wir zum dritten Mal in Garz bei den Schafen. Cherii hat immer wieder nachgefragt. Marie hatte ich noch für einmal freigehalten, sie war aber verhindert. Ein anderes Mädchen konnte auch nicht, und so fuhr Cherrii, entschlossen, wie sie war, mit mir alleine nach Garz.
Ich habe sie dafür bewundert, so alleine mit der Lehrerin, ohne  Freundin dabei.
Doch sie sagte: "Egal, ich will zu den Schafen und dann mach ich's auch!"
Wir trafen uns um 9 Uhr an der LenauSchule. Das Wetter war etwas unbeständig gewesen und es war nicht klar gewesen, ob wir überhaupt würden fahren können. Wenn es andauernd regnet, wenn die Felle der Schafe nass sind und sie streifen an Deiner Hose entlang, dann ist Deine Hose patschnass und dann hast Du keine Freude mehr...Mit den Schuhen ist es das Gleiche, wenn die Weide sehr nass ist.
Doch es ging. Es war bewölkt -aber was für schöööne Wolken!!! Und blieb trocken. Als wir von der Autobahn kamen, war da am Himmel ein...ein...echt, ein SCHAF! Aber SO schön! Ein Wolkenschaf. Bis ich das Auto geparkt hatte, hatte sich das Wolkenschaf schon verflüchtigt und war etwas Anderes geworden. Schade. Mit dem Wolkenschaffotografieren hatten wir also kein Glück.


Auf dem Bild vom Brunospaziergang zum Totenpfuhl kann man noch diese schönen Wolken sehen. Brunospaziergang MUSS sein. Kommen und NICHT gehen, geht gar nicht, jedenfalls in Brunos Augen. Und da wir uns ja als Tierfreunde sehen, wollen wir auf unsere Freunde ja auch ein wenig hören, nicht wahr...?
Am Wegrand - ein altes Wort dafür ist der Rain - standen Schafgarbe und Rainfarn. Mit diesen Pflanzen kann man sehr schön Wolle färben. Aber wenn Bruno da vorne an der leine Dampf macht, kannst Du nicht gleichzeitig in Ruhe Rainfarn oder Schafgarbe abpflücken.
Ich zeigte Cherrii auch den Mohn, die Kornblume, die Kamille, die Margerite, den Roggen und die Schmetterlinge Kohlweißling und Kleiner Fuchs.

Kleiner Fuchs

Das ist ein Kleiner Fuchs.

kleiner Perlmutterfalter
Das ist ein Kleiner Perlmutterfalter.
Das Adjektiv "klein" wird groß geschrieben, weil....ja, weil es ein Eigenname ist.

Nun aber zu den Schafen! Wir machten unseren Weg zuerst zur Mutterherde und hatten dort mit Bonsai eine ganz treue Begleiterin! Wie sie sich freut! Wenn alles Brot aufgefressen ist, springen die anderen Schafe schnell wieder weg, aber Bonsai bleibt, immer! Die Kinder kennen ihr Schnaufen und Brummen beim Atmen. Bonsai ist wie ein Hund, wie ein Schatten, sie geht einem nicht mehr von der Seite weg.
Wir hatten einen Eimer mit verschließbarem Deckel dabei. Da ist das Brot drin. So kann man es vor den gefräßigen Schafen etwas bewahren.Und man kann darauf sitzen, das ist sehr praktisch.



 Man kommt sich schon etwas näher...
 


Frau Klingler kam noch hinzu, wir saßen im Gras und redeten ein bisschen und Cherrii ging zu den anderen Schafen unter die Bäume. Später erzählte sie, sie wollte immer zu ihnen hingehen, aber sie sind immer weggelaufen.
Ich erklärte ihr, dass man bei Schafen immer sprechen muss, wenn man sich ihnen nähert. So lernen sie die Stimme kennen und merken an der Stimme, dass man nichts Böses "im Schilde führt" und dass sie nicht wegrennen müssen.
Ich sag also immer mit ganz Vertrauen erweckender Stimme: "Hallo, Schaf xxx, Du musst keine Angst haben, ich komme jetzt mal ein bisschen näher...usw."
Das muss man wissen.

Nun wollten wir zu den Lenauern und wir gingen über die Wiese. Bonsai, ganz froh über die schöne Abwechslung unseres Besuchs, wanderte mit uns bis - ja bis zum Zaun, der die beiden Herden trennt. Dazwischen ist noch eine riesige Wiese.


Und das hier will Bonsai nun überhaupt nicht....



"Hey, nehmt mich mit oder bleibt doch wenigstens hier. Es war doch so schön! Ich will noch weiter mit Euch.....ruftruftruft  sie."

Wir drei aber zu den Lenauer Schafen.
Die Idee, einzelne Kinder zu den Schafen mitzunehmen, kam mir aus zwei Gründen. Wenn man mit einer ganzen Klasse fährt, ist alles immer ein wenig hektisch und zeitlich recht begrenzt. Es gibt eben in jeder Klasse die lauten, aktiven Kinder und die etwas Ruhigeren, Besinnlicheren. Und diese Kinder, die passen besonders gut zu Schafen. Sie werden von den Schafen auch besonders gemocht. Da kann etwas entstehen, das braucht aber ein wenig Ruhe.

Der zweite Grund ist, dass Alma letztes Jahr krank war. Sie hielt sich auch dieses Jahr immer im Hintergrund, wenn ich kam, dann kamen alle Schafe zu mir und ich habe doch nur zwei Hände zum Streicheln. Alma aber ist etwas Besonderes. Entweder man streichelt nur sie oder eben gar nicht.
Da ich aber weiß, wie gerne sie das hat und auch weiß, wie gerne besonders Alma mit Kindern zu tun hat, viel lieber als mit uns Erwachsenen - das hat sie mir erzählt -, das sieht man auch, dachte ich mir, man müsste mal mit Kindern - Almafreunden- fahren, dann hat Alma ihre Freude, die Kinder auch und ich habe Hände frei für die anderen Schafe.
So war es auch.

Erster Kontakt:Hmmh, das tut gut!



Oha, jetzt ist Pony dazugekommen...
 
 

Nach einer Weile lässt Alma sich hinplumpsen und dann lässt sie sich 
verwöhnen. BITTE NICHT STÖREN! 


Auch Frau Klingler nimmt sich ein paar Schafe zum Streicheln vor und ich fotografiere....

Vorne links ist Daphne, rechts Herr Weiss. Er ist eine kolossale Schmusebacke. Wenn er gestreichelt wird, lächelt er. Ihr glaubt es nicht? Es stimmt!

Nello gings wohl nicht so gut an dem Tag. Heute, am 4.8., habe ich angerufen und nach ihm gefragt. Herr Klingler sagt, er bewegt sich normal, steht auf und läuft herum, frisst auch gut. Prima! Gut zu wissen.


Immer stand hinten Bonsai und schrie, schrie, man konnte sich gar nicht konzentrieren. Cherrii und Alma gingen sehr einträchtig weg, zu den Bäumen. Dort saßen sie schön gemütlich zusammen, Alma hatte sich wieder hingelegt, Cherrii saß auf einem waagrechten Baumstamm, und sie erzählten sich wohl was.

Da dachte ich, ich kann nochmal zu Bonsai gehen und sie trösten, ging hin und dann schrie Cherrii los: Ein großer Weißer war auf dem Weg hin zu den beiden. "Thilus kommt! Hilfeeee! Thilus kommt!"  Ich so schnell hin wie es ging, aber es war Herr Weiss gewesen, der wollte auch gemocht werden. Herr Weiss ist so oberharmlos, aber er sieht eben Thilus sehr ähnlich...

Thilus ist nicht gefährlich, aber er hat so Ansichten, was er mag und was nicht und er ist ja auch der Chef der Herde. Also ein Schaf mit großem Selbstbewusststein. Die Kinder haben Respekt vor ihm.

Ja, da hatte ich die schöne Situation zerstört. Cherrii nahm es mir nicht übel. Das war nett.
Dann war es auch schon Zeit zu gehen. Wir sagten Tschüss, stiegen ins Auto und brausten los. Aber im Linumer Bruch in der Raststätte, da ist ein McDonald's und da KANN man nicht einfach vorbeifahren.....Ich nahm meinen Veggiburger wie immer und was zu trinken, Cherrii suchte sich auch was aus und wir fühlten uns wohl.


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In Garz hörten wir Störche mit den Schnäbeln klappern. deshalb sagte man früher auch "Klapperstorch" dazu.

Jetzt eine Frage: Wer kann das beantworten? Linum ist ein Ort in der Nähe der Autobahn, dort gibt es besonders viele Störche. Die Raststätte heißt "Linumer Bruch". Was ist ein Bruch?  Bruch ist ein altes Wort für  _ _ _ _ 
oder  _ _ _ _ _ .

Es heißt das Bruch, nicht der Bruch(brechen). Bruch wird auch mit langem u gesprochen, so BRUUUCH.

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Dienstag, 10. Juli 2012

Schafeausflug am 10. Juli 2012

Liebe Lenauer!

Heute sind wir wieder hinausgefahren, um die Schafe zu besuchen. Es waren dabei: Cherii, die wir schon beim Kochen sahen, Marie und ich, Minna.
Zuerst liefen wir mit Bruno zum Totenpfuhl, und er war sehr brav und sprang nicht in das Wasser hinein.

Ich als Lehrerin nervte ein wenig, weil ich die Mädchen immer auf Pflanzen hinwies, damit sie etwas von der Natur lernen. Wir sahen: Kohlweißlinge auf Taubnesseln, viele davon, einen Kleinen Fuchs (Schmetterling), Mohn, Kornblumen, Margeriten, Kamille, Schafgarbe, Disteln, Roggen, Rapsfrüchte und ein Maisfeld. Wir sahen und hörten die Lerchen und sahen eine Bachstelze. Vorher neben der Autobahn die Kiefern. 

Ich finde, man muss hinweisen, erklären und versuchen, dass die Kinder möglichst viel sehen. Frei nach Goethe: "Wer viel weiß, sieht viel." Will sagen, wer nichts weiß, sieht nicht viel. Natürlich stimmt auch die Umkehrung: Wer viel sieht, weiß viel. Aber man muss auch sehen lernen und hinschauen lernen. 

Obwohl ich als Kind auch nicht hingeschaut habe, wo man mich drauf hingewiesen hat. Trotzdem finde ich, dass man als Lehrerin etwas damit nerven sollte, am Ende bleibt doch etwas hängen, wo sich etwas Neues anknüpfen kann undsoweiterundsoweiter und am Ende nennt man das Bildung, wenn da auch eine eigene Suchbewegung entsteht...

Marie sah die Wolkenschatten auf dem Roggenfeld, wie sie sich bewegen, Cherii sah die Lerche, die singend über dem Roggenfeld stand.

Danach picknickten wir erst einmal vom Feinsten. 

Dann gingen wir zur Mutterherde. Bonsai kam gleich auf uns zugesprungen und dann kamen sie alle auf uns zugerannt, sprangen an uns hoch und haben uns sehr bedrängelt. Na ja, wir hatten Brot dabei. Wir mussten schauen, dass wir ihnen nur wenig Brot geben, damit sie gesund bleiben, die Mütter und die Mädchenlämmer.  Sie standen auf meinen Zehen, was sehr weh tut und manche sprangen an uns hoch, so dass mir auf der Wiese klar wurde, warum ich manchmal blaue Flecken an so komischen Stellen habe...



Bonsai ist eine ganz Liebe. Sie blieb bei uns, als die ganze Herde schon längst wieder weg unter ihren Bäumen im Schatten war. Da trat eines, ein Kleines heraus und mähte ganz inständig, so, als wollte es sagen:"Nun komm endlich hierher!", und Bonsai gehorchte. Sie lief zurück zu ihrer Herde.





Wir überstiegen mehrere Zäune und kamen bei der Lenauer Herde an.

Alma ließ sich massieren, alle waren eigentlich wieder recht aufdringlich, bis ich den Broteimer in die Baumäste hängte und wir nichts mehr austeilten.

Ganz rührend: Paul, der zarte, scheue Paul, der kam zu Marie und blieb ganz lange bei ihr. Paul lässt sich eigentlich von niemandem streicheln und schon gar nicht von jemandem, den er sozusagen gar nicht kennt. Aber das war sehr erstaunlich.


"Er tritt mich," sagte Marie. Sie hatte Thilus gestreichelt, der aber kratzt dann mit dem Fuß an einem herum, er will sagen: "Hör mal, ich bin hier der Chef, ich finde es toll, dass Du da bist und ich werde Dich jetzt auch nicht alleine lassen, solange Du auf meiner Weide bist..aber, vergiss nicht: ICH BIN KEIN STREICHELHÜNDCHEN!" Wenn man das verstanden hat, dann kann man mit Thilus umgehen. Er mag Nähe, aber er entscheidet, wer ihn wie lange berühren darf und auch, wo. Dabei ist er derjenige, der einen bis zum Zaun begleitet und ruft, wenn man geht und sagt:"Geh nicht weg, bleib noch da!"


Gedanken mache ich mir um Daphne. Beim nächsten Besuch werde ich mehr auf sie achten. Sie wirkt nicht krank, doch sondert sie sich ab, und als wir gingen, war sie die einzige, die die hunderte Meter nicht nach vorne kam, sie rief aber von hinten nach uns und nach ihrer Herde....Hat sie etwas mit ihren Gelenken? Ist sie nicht mehr gut zu Fuß? Man sollte das genauer beobachten.

Alma wirkte sehr verspannt im Nacken, sie genoss das intensive Massieren, und es wurde auch weicher da. Ihre kahle Stelle vom letzten Jahr, wo sie wahrscheinlich von einer infizierten Mücke gestochen worden war, (Tierarztrechnung, Biopsie und Laboruntersuchung knapp 300 Teuro...) ist weich und trocken, es gibt keine offene Stelle. Aber ich sehe auf ihrer Haut einige kleine Fliegen herumkrabbeln, und das gefällt mir eher nicht....

Nello forderte  auch eine Massage ein, er drehte den Kopf und verdrehte die Augen vor Entzücken, ja, und da es elf Tiere sind, kann man nicht allen gerecht werden, sonst würde man den ganzen Tag bei ihnen verbringen. Was sie alle wunderbar finden würden.



Immer da, der Chef, ohne dass er kuscheln will.


"Gehst Du auf die Weide, nimm einen Stuhl mit!"

Jetzt kommt hier Paul ins Spiel, der scheueste von allen, abgesehen von seiner Schwester Pauline. Beide sind Thilus' und Connies Kinder. Marie streichelt Paul. Hinter ihr der ebenso zarte Petit Criu, der es bedauert, keine Chance zu haben, eine Hand zu erwischen, der aber auf seine Weise auch Anteil nimmt. Neben Paul ist Thilus, hinten Fläumchen und vorne steht Nello, um seinen breiten Kopf fordernd dazwischenzuschieben...




Nicht vergessen, die alten Mamies zu besuchen, Conny und Fleckchen in ihrem Seniorenheim. Sie bekommen zwei Schüsselchen Kraftfutter und es kommt richtig Leben in die beiden mit ihren alten Knochen, als sie es gereicht bekommen.



Conny ist eine ganz Liebe, ein sehr seelenvolles Tier. Ihre Hinterbeine wollen nicht mehr so recht, aber sie hält sich noch gut und geht mit ihren geringen Kräften sehr ökonomisch um. Heute bemerkte ich, dass sie noch hört. Schön.



Die Jungen-Lämmerherde wurde dann zum zweiten Mal besucht, alle Katzen ausgiebig gestreichelt. Wir packten alle Sachen ein und fuhren in jeder Hinsicht satt, nicht nur im Magen, wieder zurück nach Berlin.
Das war wieder einmal ein schöner, geruhsamer Ausflug gewesen, so wie beim letzten Mal auch.

Viele Grüße
Eure Minna

Oha: Kochkurs im Freien bei Madame Cherii!


Liebe Lenauer!


Madame Cherii zeigt hier, wie die arabische Familie das Falafel zubereitet.
Neiiin, das hat vielleicht gut geschmeckt, das muss man Cheriies Familie lassen..."Beim letzten Mal, sagt sie, haben wir türkisch gekocht. Es gab Börek, Kizir und Anderes. Heute haben meine Eltern arabisch gekocht. Das heißt, mein Vater hat es gemacht."
Sie legt alle Zutaten auf den kleinen Tisch: Türkisch/arabisches Brot. Weiße Sazikisoße. Hummus (Kichererbsenbrei). Salat. Omelettes. Falafel, heute früh gebraten!
Dann noch: Teller, Löffel, Becher, Getränke, Servietten, feuchte Tücher für die Hände. Organisationsfreaks.  : ) Alles ist da, was man braucht. Respekt.
Nun geht es los: 



Hier kann man alles sehen: Oben sind die Omelettes, rechts die weiße Soße und das Hummus, dann kommt unten der Salat. In der Mitte liegen die Falafel.
Es geht los:

  
Cherii teilt das runde Brot in zwei hauchdünne runde Hälften.


Sie nimmt für ein Falafelgericht  eine Hälfte davon und streicht  etwas von der weißen Soße darauf, teilt zwei Falafelringe in Hälften und legt sie auf das Brot, ebenso wie zwei halbe Omeletts, die noch oben auf die Falafelstücke daraufgelegt werden:





Nun verteilt sie Salat  auf dem Gebackenen.


Auf alles oben drauf kommt ein wenig Hummus.
Das Hummus, der Kichererbsenbrei, ist selbst gemacht. Man kocht Kichererbsen, zerstampft sie, würzt sie und gibt ein wenig Öl oben darauf...



Das Hummus schmeckt köstlich. Man könnte es sich auch vorstellen, dass man es alleine isst oder auf Brot.


Nun kommt das, was man beherrschen sollte: Man wickelt alles kunstvoll ein, so dass das Brot nicht zerreißt und auch nichts an den Seiten oder sonstwo herausfällt. Das, wir haben es probiert, ist nicht leicht.



Oh, es schmeckt herrlich! Wir haben alle noch für unsere Liebsten ein Falafel zum Mit-nach-Hause-Nehmen gewickelt: Herr Klingler für Frau Klingler, Marie für ihre Mama, Minna für ihren Mann.



Hatte ich noch etwas vergessen? Hmm, es fällt mir nicht mehr ein...Ich bin noch am Kauen und....ach - ja! Die Schafe! Eigentlich waren wir doch wegen der Schafe gekommen, wegen Bruno, wegen Bunte und Schwarze, den Katzen und...überhaupt...
...das hatte ich jetzt ganz vergessen.
Ich glaube, ich muss nochmal einen Anlauf nehmen, um davon zu berichten.
Danke an Cheriies Familie, dass wir so von Ihnen verwöhnt worden sind! <3

Liebe Grüße
Minna