Samstag, 26. Januar 2013

Wintersonntag bei den Schafen

Hallo, liebe Lenauer!

Hier sind ein paar Bilder vom Besuch gestern bei den Schafen. Nachts war es minus 10 Grad Celsius gewesen, und auch am Tag war es noch sehr kalt.
Trotzdem waren alle guten Mutes und in sehr guter Verfassung.


 "Almchen", wie Frau B. immer sagt.

Obwohl den Lenauern ihr Stall verwehrt ist, frieren sie nicht. Sie haben um ihre Raufe herum viel Heu, das sie von unten wärmt. Auf dem Bild sieht man Alma, die vom Besuch sehr angetan ist.
Der Stall ist von den beiden Alten besetzt, die auch ein Stück Weide haben, das sie jeden Tag besuchen. Obwohl sie sehr klapprig aussehen, genießen sie den Winter draußen. Aber sie schlafen und liegen im Stall.
Gestern bekamen sie neues Württemberger Wiesenheu und Kraftfutter.

 

Conny genießt es, draußen zu sein, und es ist schön, wie sorgsam und liebevoll sie und Fleckchen von Familie K. gepflegt werden.

Hier noch einmal der Link. Die Schäferei hat auch ein Ferienhaus, das man mieten kann, und dann ist man ganz nah bei den Schafen....


Also, wie gesagt, alle Lenauer fühlen sich sehr wohl, das konnte man gestern sehen. Hier ein paar Eindrücke:



Pauline, die Sensible, beschaut sich alles ganz genau. Sie freut sich auf ihre stille Art über den Besuch. Sehr auf den Menschen bezogen, aber immer etwas auf der Hut. Nur, wenn man sehr lange bleibt, dann kommt sie, wenn alle anderen wieder weggegangen sind, und dann kann man sich lange mit ihr "unterhalten". Doch dazu war es gestern leider zu kalt.

Alma ist mehr so die Checkerin. Sie ist unglaublich verfressen und war gestern plötzlich bei Conny und Fleckchen auf der Weide, als die beiden Pellets, Kraftfutter, bekamen....Sie ist so durchtrieben. Ich musste sie wieder auf ihre Weide bekommen. Alma ist fürchterlich willensstark. Sie findet immer Wege, um sich vollzufressen, ein sehr ungewöhnliches und superintelligentes, sozusagen: hochbegabtes Schaf.


Pellets für Daphne. Daphne brummte immer ganz laut und gefährlich und versuchte stetig, Alma in die Seite zu beißen. Dabei tänzelte sie um sie herum wie ein Schafsbock das tut, wenn er sich paaren will.
Sie braucht wohl mal wieder etwas, das sie beschwichtigt. Denn sie verhält sich nicht wie eine Schafsdame, sondern eher wie ein Mann. Ernesto sagt, sie sei ein Zwitter, das sei ganz offensichtlich, dies bestätigte der alte Schäfer aus der Nachbarschaft. Im letzten Jahr war es genauso mit Daphne. Sie bekam ein homöopathisches Medikament, da wurde es besser mit ihr und sie war wieder verträglicher.
Was es alles gibt! Hier ist Daphne voller Erwartung, eine Hand voller Pellets zu bekommen.

 


Fläumchen. Sie fällt sonst durch einen besonders missmutigen Gesichtsausdruck auf, aber hier lächelt sie still in sich hinein...
 

Blick aus der Schafsperspektive...

 


Milli, "alte" Lenauerin, jahrelang auf dem kleinen Schafehof, Tochter von Fleckchen und Balou, den wir weggaben, weil er uns immer angegriffen hat und gefährlich wurde, geboren 2002. Sie ist ein Kampfschaf. Wenn man ihre Klauen schneiden will, wehrt sie sich so verbissen, dass man sie kaum festhalten kann. Und erst bei der Schur...Mich hat sie mal auf die Raufe geschmissen, so dass ich monatelang Schmerzen wegen einer Rippenprellung hatte...



Nello, ebenfalls 2002 geboren. Er hat eine Patin, Frau B., die die Schafe früher auf dem Schafehof gepflegt hat und die mit den Schülern immer den Stall ausmistete, ein Riesenspaß für die Kinder war das!

Eine Patenschaft kostet 30 Euro im Monat und man kann eine besondere Beziehung zu diesem Schaf entwickeln.
Ich sage Euch: Es lohnt sich!!!

 

 Nochmal Nello, der, wie man sehen kann, sehr zufrieden mit seinem Leben ist.

 

"Tiere sehen Dich an."

Nello zum Dritten mit seinem mächtigen Kopf. Er stand früher immer am Zaun und ließ sich liebend gern von den Kindern streicheln, ein wunderbares Schulschaf! So geduldig und freundlich mit  den Kindern war er stets!



Paul, vorn, und Pauline, die beiden vom Blog-Header. Paul ist so empfindsam wie sein Schwesterchen, sie sind oft zusammen. Vater ist Thilus, geb. 2002, Mutter ist Conny, geb. 1996. Von ihren Eltern haben sie diese intensive, zartbesaitete Art. Beide würden sich über Paten freuen...



Hier schaut uns Pony an. Pony ist eigentlich kein richtiger Lenauer. Er wurde von Ernesto mit drei anderen Lämmern 2005 gebracht, er hatte sie mit einer Bekannten zusammen vor dem Sterben gerettet und bei bei uns abgegeben.....Grrrrrrrrrrrrrrrr!!! : /

Die Kinder freuten sich, die Lämmchen waren niedlich. Es waren zwei Jungs und zwei Mädchen. Der eine Junge, Tüpfel,  starb bei der Kastration, das war sehr traurig gewesen; die Schwestern sind in der Herde der Alten Schäferei: Marie-Maske und Maria. Pony war da auch und sprang irgendwann zu den Lenauern rüber. Wir haben ihn dagelassen, er ist ein toller Typ und hatte einen Entschluss gefasst, sein Leben zu ändern. Das wollten wir anerkennen. So ist er dageblieben. Auch er sucht eine(n) Paten. 



Mit Ponys Wolle filzen wir die Handytaschen und die Jonglierbälle in der Schule.... Die Handytaschen sieht man links oben.



Einen Ballen Heu verstaute ich in der Raufe, Württemberger vom Vorjahr, und alle fielen darüber her. Das neue Württemberger bekamen Fleckchen und Conny in ihren Stall. Was im Stall noch übrig war, kam auch hier in die Raufe, und von da an waren wir sozusagen abgeschrieben. Wir durften gehen. Es war aber auch verdammt kalt, mussten uns aufwärmen gehen und bekamen einen schönen heißen Kaffee in der Schäferei.



Vorher waren wir noch mit Bruno, dem Hofhund, den langen Spaziergang machen, ohne den Bruno uns wohl den ganzen Aufenthalt lang die Ohren vollbellen würde. Aber. Dieser Spaziergang im schönen weiten Brandenburger Land, der ist für uns Berliner doch eine reine Wohltat, nicht wahr?
So waren alle zufrieden.
Mein Mann und ich, wir hatten einen schönen Tag bei den Lenauer Schafen im Brandenburger Land verbracht und können Euch davon berichten.


 

Mit diesem schönen Bild verabschiede ich mich von Euch und wünsche Euch einen wunderschönen Sonntag in Berlin! Fangt morgen die Schulwoche gut an!


 
Zu Marie-Maske, Maria, Bonsai, Pamuk und Cognac in der anderen Herde wäre ich sehr gern gegangen. Wir wollten Fotos von Marie machen, damit Frau R., ihre Patin, sehen kann, wie gut es ihr geht! Doch als wir an die Weide kamen, da sahen wir erst einmal gar nichts, und dann, kilometerweit entfernt, ein paar Punkte. Das sah so schön aus, dass wir sie nicht stören wollten. Sicher genossen sie das schöne Licht, die Weite und waren zufrieden.

So machten wir uns nicht bemerkbar. Schade, liebe Frau R., eigentlich hatten wir ein paar Fotos von Marie machen wollen... Ein anderes Mal also. Versprochen! : )

Herzliche Grüße an alle Lenauer!
Eure "Minna"

P.S. Es war ein Samstag. Aber "Wintersonntag" klingt einfach besser....

Montag, 14. Januar 2013

Kennt Ihr diesen Duft?

Heute ist Montag, und der Samstag ist nun schon zwei Tage her. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich fahren sollte. Immerhin sind es achtzig Kilometer hin und achtzig zurück. 
War ja krank gewesen dieser Tage. Nun wurde es kalt. Vor einer Woche schon war ich nicht hingefahren. Bruno würde sich sicher freuen, wenn ich käme und mit ihm den langen Spaziergang teilte.
Plötzlich bekam ich Lust am Spazierengehen mit Bruno, im Schnee in diesem weiten Brandenburger Land.
Klinglers würden mir schon Obdach und eine Tasse Kaffee anbieten, wenn mir kalt würde.
Schließlich brauchte Conny ihr Württemberger Wiesenheu. Der letzt gebrachte Heuballen war sicher schon zerkaut.
Also los!!

Morgens lud ich ein. Einen supergrünen Heuballen für Conny und Fleckchen, duftend, so, als könne man Tee davon kochen.
Und ich hatte ja selbst mit der Nase eingekauft, war nach Spandau gefahren, war in den Container gekrabbelt und hatte das Heu in Augenschein und  zur Duftprobe genommen.

Alles sprach dafür: Sie würden es lieben!!
Man glaubt nicht, wie unterschiedlich Heu sein kann. Einfach telefonisch bestellen, mach ich nicht mehr, fräse mich lieber einmal durch die ganze Stadt und weiß, was dann geliefert wird. Für DEN Preis!

Dann kamen zwölf Ballen und nun lagert es im Heukeller. Einen Ballen also für Conny und Fleckchen.
Schon mal Heu mit dem Auto transportiert? Grausam. Deshalb habe ich alte Bettbezüge, da packe ich die Ballen hinein und verknote es fest. Dann kommt es ins Auto.
Ein Ballen mit altem Heu vom letzten Winter, noch nicht gefressen, kam noch dazu, für die Jüngeren, die jetzt ja auch schon nicht mehr soo jung sind.
Dann noch einen Sack Pellets, und - ohh - die Schubkarre war am Boden etwas feucht. Ob es das Papier des Pelletsacks aufweicht? Ach, wird schon gehen, ist ja noch nie etwas passiert.

Dann fuhr ich los. Wenn ich bei der Schäferei ankomme, dann ist Bruno im Zwinger eingesperrt. Er bellt los, laut und herrisch, und plötzlich bricht das ab und geht in ein flehentliches Heulen über: Er kennt unser Auto vom Klang her über zig Meter, er weiß: Hier kommt mein Spaziergang und - am Ende geht sie doch nicht mit mir?? Und das Jaulen und Springen hört erst auf, wenn er die Leine um hat und wir aufbrechen. Dann kann ihm keiner seinen Spaziergang wieder wegnehmen.


Ich gehe gerne mit Bruno. Wir hatten zu Hause riesige Schäferhunde. Für mich hätten es kleinere und Tierheimhunde auch getan, aber mein Vater war so drauf. Deshalb kenne ich mich mit so großen Hunden recht gut aus.
Es machte Bruno und mir wieder eine Riesenfreude, eine große Runde zu gehen.... 



Pauline meinte dann: "Ach, kommst Du auch mal wieder? Schön, dass Du da bist!" Dann liefen wir ein wenig zusammen auf der Weide herum.

 
Ich schleppte mal meinen Ballen mit dem Heu vom Vorjahr an und verteilte es in der Raufe. Alle waren begeistert, und was hier so aussieht, als wäre Thilus angeekelt, das sieht nicht richtig aus, er hat eben sehr begeistert vom Heu genommen und kaut darauf herum.
Herr Weiß schaut ihm dabei zu. Die anderen sind mit Fressen beschäftigt.





Auf der Weide der Schäferei traf ich noch Pamuk. Pamuk heißt "Wolke", und ihr Fell erinnert an eine Wolke, deshalb hat sie diesen Namen bekommen.

Maria und Bonsai waren auch da, und Milchschaf und Marie-Maske und alle sind wieder schwanger.....Außer Maske natürlich, sie hatte eine Euterentzündung und war nicht dabei, als die Schafsböcke auf der Weide waren...

Im Seniorenheim lud ich dann mein Superheu ab, und es wurde begeistert angenommen! Tapfer, die beiden Alten! Es geht ihnen gut, trotz der kleinen Gebrechen strahlen sie die reine Lebensfreude aus!


Als ich dann den Pelletssack mit dem Kraftfutter aus dem Auto stemmen wollte, riss er auf und kiloweise rannen mir die Körner in den Wagen. Hätt ich mal mich nicht so drauf verlassen, dass alles gut geht!
Den Rest in die Tonne gepackt, aus der Conny und Fleckchen jeden Tag Zusatzfutter bekommen. Mit 22 und 16 Jahren ist das auch nötig. In der Schäferei wird sooo gut für sie gesorgt! Vielen herzlichen Dank an Familie Klingler, niemand könnte das liebevoller und besser machen. Sonst wären die beiden Seniorinnen sicher schon "gegangen".

Allen geht es gut und mir waren die Stunden draußen so gut bekommen, dass sie mir bestimmt geholfen haben, gesund zu werden! Es hatte sich gelohnt zu kommen.

Zum Schluss hatte ich das Gefühl, ich habe diesen besonderen Duft an mir, dass es nach "draußen" riecht. Bei meinem Bruder habe ich das als Kind oft gerochen, wenn er stundenlang draußen fußballspielen gewesen war. Dann hatte er so einen feinen Duft nach Energie und Landschaft um sich, den ich von weitem schon roch und den ich als Stubenhockerin sehr mochte. Kennt Ihr diesen Duft???

Samstag, 10. November 2012

Bruno haut ab und alle sind gut drauf.

Außer mir. : /

Liebe Lenauer!

Gestern war wieder Schafetag. Man muss ja mal nach ihnen sehen. Eigentlich sind sie gut versorgt, sie haben ihr Futter, Wasser und menschlichen Zuspruch, den mögen sie besonders gern. Doch treffe ich mich gern mit ihnen und der Weg "nach draußen" lohnt sich immer.

Als wir kamen, bellte Bruno wie bekloppt. Er kennt schon unser Auto. Er bellt natürlich bei jedem Auto, so wild und rasend, aber wenn er unseres erkennt, geht sein Bellen in ein herzzerreißendes Heulen über. Er weiß dann: Sein Spaziergang kommt. Und bis er sich ganz sicher sein kann, dass es auch wirklich losgeht, heult er.

Beim Anleinen vollführt er Tänze. Da er so groß ist, habe ich Angst um Brille und Zähne und werweißwasnoch, und dann drehe ich mich, um seinen Anprall abzulenken und er auch und dann tanzen wir erst einmal so eine Art Walzer, bis wir am Tor sind. Wir hatten uns jetzt zwei Wochen nicht gesehen. Am letzten Wochenende hatte ich wegen des Lesefestes der Schule noch bis abends gearbeitet und hatte dann am nächsten Tag nicht so die Kräfte loszufahren.

Und dann ging es los. Es wäre undenkbar zu kommen und mit BruBru nicht zu gehen.  Wir dürfen ihn nicht enttäuschen, das wissen wir, und wir freuen uns auch auf den Spaziergang.

Der Tag fing irgendwie bescheuert an und ging auch recht bescheuert weiter, wie sich gleich herausstellen wird. Irgendwie hatte ich in der Nacht ganz schlecht geschlafen und wir fuhren erst zwei Stunden später los als sonst.

Wir liefen also mit Bruno los, der Himmel war so vielfältig weißgrauhellblau, dass es eine Freude war, die Luft war klar, die Kraniche flogen schreiend über uns hinweg und die Landschaft war flach und weit, kilometerweit konnte man sehen - Brandenburg!!!

Leider waren am See Leute, mit zwei Hunden. Bruno wollte hin, aber das ging nicht, mühsam kehrten wir um. Auf dem Weg der anderen Seite hatte ein Trecker die ganze Erde umgepflügt, die blieb an den Stiefeln hängen, aber da war ein abgeerntetes Maisfeld: "Wollen wir da gehen bis zu dem Jägerhochsitz da hinten?" Machten wir.

Nach dem Schreck mit den Hunden fing ich an, mich zu entspannen. Plötzlich macht Bruno einen Sprung und die Leine schlüpft mir aus der Hand, Bruno in langen Sätzen läuft weg, ich renne und schreie, mein Mann rennt, hat ihn einmal fast - er ist gut trainiert - sie rennen und rennen, ich schreie, stolpere, falle hin, es ist ein Alptraum.

Da, plötzlich sehe ich, wie mein Mann einen Hechtsprung macht und sich über die lange Leine mit dem Handgriff wirft, auf dem Boden liegen bleibt, die Leine greift: Gerettet!!

Die Erdflecken an der Seite trägt er für den Rest des Tages als Heldenzeichen...



Bruno geht auf diesem Bild auch incognito. Er sollte sich was schämen...  ; )


Man muss eben jeden Moment auf etwas gefasst sein. Bruno ist ja nicht mein Hund. Ich will nicht, dass ihm etwas passiert oder dass er Schaden verursacht. Nicht auszudenken, wenn.....Aber es ist ja alles gut gegangen, letztendlich.
Den Rest des Tages war ich auf Bruno nicht so gut zu sprechen.

Wegen der Sache kamen unsere Schafe ein wenig zu kurz. Aber zunächst brachten wir gutes Schwarzwaldheu zu den alten Damen, das sie gleich ausprobierten und annahmen. Es ist noch vom letzten Jahr, aber man muss es doch verwenden. Es war soo teuer gewesen!

Gut. das Heu wurde akzeptiert. Ihr Kraftfutter hatten Conny und Fleckchen schon gehabt, aber das Knäckebrot nahmen die beiden zahnlosen Wesen mit großer Freude an!


Hallo Conny und Fleckchen!




Conny steht auf ihren alten Beinen wieder voll im Leben und genießt, was es ihr so zu bieten hat! Familie Klingler hat ihnen die Hufe geschnitten, was bei so alten klapprigen Wesen viel Behutsamkeit erfordert. DANKE!!




Das Heu ist durch die Geschmackszensur durch. Man mag es. Manche Ballen verschmähen sie, andere fressen sie schnell auf. Wir wollen, dass ihnen das Heu schmeckt, denn im Alter muss man Kalorien zu sich nehmen, sonst baut der Körper ab.
Das ist bei den Schafen nicht anders als bei den Menschen. Bei Conny blieb ich noch eine Weile, sie kam später auch mit raus auf die Weide.

Dort lagerten alle Lenauer Schafe, sprangen auf und rasten auf mich zu:


 Daphne, wieder fröhlich und sehr anschmiegsam. Huch - und die spröde Milli, Fleckchens Tochter von 202, ist auch einmal dabei??



 Nello, alte treue Seele, Du standest auf dem kleinen Hof immer ganz nah am Zaun und ließest Dich von den Kindern streicheln.

Als ich am Freitag im Heukeller zu tun hatte, fragte ein Mädchen: "Fährst Du jetzt zu den Schafen?" "Heute nicht", meinte ich, "aber morgen!" "Bitte grüße sie von mir!" "Das mache ich gern. Von wem soll ich sie grüßen?" "Von Amy." Liebe Amy, ich hab sie alle von Dir gegrüßt! <3



 Pauline, Connies und Thilus' Tochter, geb.1.3.2003, ich war dabei! Sie kam nach Paul und die kleine Mutter Conny versorgte sie beide ganz fürsorglich mit Milch.


Paul

Paul kam zuerst, es war fünf Uhr morgens, am 1. März 2003, hinter dem Stall auf dem kleinen Hof hat Conny ihn geboren, später kam Pauline. Auch heute noch stehen die beiden oft zusammen. Sie sind so schüchterne Wesen, die ganz lange Zeit brauchen, um sich heranzutrauen. Noch so eine zarte Seele ist Petit Criu (Criü), der steht auf der Weide stundenlang da und schaut einen an, er ist so feinfühlig, während Nello z.B. ein richtiger Trampel ist, der sich überall hineindrängelt und andere wegschiebt. Hier sieht man Petit Criu und Pauline.



Pauline, links,  und Petit Criu (Criü)

Alma bekam die harte Stelle unter ihrer vormaligen Wunde wieder intensiv massiert und genoss es wieder sichtlich. Wie sie den Kopf verdrehte und die Augen schloss, sagte sie mir: "Mach weiter, das tut gut." Ich machte weiter, damit die riesige Stelle besser durchblutet wird und nicht wieder aufbricht.



Wir bekamen noch ein supertolles Mittagessen bei Klinglers und saßen schön im Gespräch beisammen, bis wir wieder losfuhren.


Gruppenbild: Vorne links Petit Criu, in der Mitte Nello, rechts Paul.
Hinten sieht man von links Alma, dann Fläumchen und Thilus.



Tschüss, und viele Grüße nach Lenau in.....


Viele Grüße auch an alle, die an unseren Schafen Freude haben! Eure "Minna".

Dienstag, 6. November 2012

Wir filzen Handytaschen.

Liebe Lenauer!
Wir haben heute beim Wahlpflichtunterricht "Wolle" gefilzt und gewalkt. Es war eine sehr gute Stimmung. Wir wollten Handytaschen machen. Einige Kinder beendeten noch die Säckchen mit den Jonglierbällen. Man kann sie unten im Foyer in der Schule in der Vitrine bewundern. Also die Bälle, nicht die Kinder...Die Kinder, die gerade nähen,  sitzen hinten am Tisch. Vorne beginnen wir mit den Handytaschen. Sie sehen noch sehr groß aus, werden aber viel kleiner werden.  





Schön, wie Hülya sich zu Peter wandte: "Peter, setz' doch mal Deine Brille auf!"
Er versucht immer wieder, ohne seine neue Brille zu sein, dabei braucht er sie  ....Das klang richtig mütterlich und sorgend und Widerstand war zwecklos.



Basti, Rana und Pablo nähten noch ihre Jonglierballsäckchen fertig oder bestickten die Jonglierbälle. Sie benötigten wenig Hilfe, und wenn, warteten sie sooo geduldig. Ich war ihnen dankbar!


"Keine Sorge, die wird noch viel kleiner."


Tobi, Peter Ayline und Hülya versuchten sich am Filzen einer Handyhülle. Das machten sie wirklich sehr gut. Es war eine Orgie mit Seife, Hülya fühlte sich ständig schmutzig, obwohl ihre Hände vor Seifenschaum nur so tropften...

Pablo stellte sein Jongliersäckchen fertig und wollte dann nur noch Bällchen in Eimer werfen. Mit wachsender Begeisterung machte er das über eine Stunde lang...Zielwerfen unter verschiedenen Bedingungen. Er war sooo konzentriert.
Bastian fragte vor Tagen, ob es das Fragment seiner Pantoffeln von der vorigen Projektwoche noch gäbe...und wie zufällig habe ich es zu Hause gefunden, brachte es heute mit und er nähte geduldig daran weiter.




Ayline hatte unseren Schafeblog angeschaut und sich über das, was da über die Wolle stand, informiert. Hat mich gefreut. Die Kinder  rieben und massierten ihre Filzstücke, ich sprang immer zwischen ihnen hin und her und es machte einen Riesenspaß zusammen. Die Zeit bis um halb 10 Uhr verging wie im Flug.
Ach ja, die Wolle, die wir verwendeten, die hat auch ein Gesicht. Ein sehr liebes sogar:


Das von Schaf Pony, geboren 2005 und einige Wochen mit drei anderen Lämmchen im Lenauer Heukeller beherbergt. Dann kam Pony zur Alten Schäferei als Pensionstier. War in der Herde der Schäferei und sprang eines Tages von selbst über den Zaun zu den Lenauer Schafen hinüber. Na, dort haben wir ihn dann gelassen. Seine Bewerbung, ein Lenauer Schaf zu werden, war hiermit angenommen. Er hat sehr schöne Wolle, sie lässt sich gut spinnen und auch filzen. Pony ist als Patenschaf zu haben, für 30 Euro pro Monat kann man sein Pate sein. Er ist ein außerordentlich liebes Schaf, das immer gestreichelt sein möchte....

  So sieht Ponies Wolle im Rohzustand aus:

Als wir sie im Unterricht verwendeten, war sie schon einmal gewaschen. Obwohl man auch Rohwolle (Fettwolle) wunderbar filzen kann, nicht wahr, Vera???
Aber Du weißt ja, manche Kinder empfinden den Geruch als störend. Ich mag ihn eher.
Viele Grüße
Chr. Brenner-Nees

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Sonntag, 28. Oktober 2012

Waaaas? Du geeeehst schon?

Liebe Lenauer!

Gestern fühlte sich das nicht mehr an wie Goldener Oktober. Eine Woche vorher hatten wir noch im Gras gelegen und uns ganz sommerlich gefühlt...und nun? Was war passiert? Hatte die Erde sich von der Sonne abgewandt?

Nun fühlt man den kommenden Winter. Nachts ist es um Null Grad kalt. In vielen Gegenden in Deutschland fiel der erste Schnee.

Auf dem Brunospaziergang gestern wirkte das alles wie im November.




Später wurde es etwas wärmer und freundlicher - oder war das alles nur, weil ich einen langen Spaziergang mit Hofhund Bruno  hinter mir hatte? Vorsorglich hatte ich schon die langen Strumpfhosen untergezogen, und man brauchte sie auch!

Zuerst besuchte ich Conny, 16 Jahre alt, und freute mich an ihrer Lebensfreude mit. Sie kam auch aus dem Stall heraus und lief, zusammen mit Fleckchen, 20 Jahre, mit zu den anderen, um Gras zu fressen. 








Hier grasen zum Teil Mütter und Kinder nebeneinander. Paul und Pauline sind Connies Kinder, Milli und Fläumchen sind Fleckchens Töchter.



Alma wollte auch gestreichelt werden. Ich schaute mir ihre Stelle an der linken Schulter genauer an, die vor einem Jahr so kahl und offen gewesen war, sogar in diesem Frühjahr und Sommer hatte es noch eine offene Stelle gegeben...

(Ogottogott! 300 Euro damals für den Tierdoktor und das Labor, aber er hatte auch nicht viel machen können. Er kennt sich nämlich mit Hunden und Katzen aus und Schafe, die älter als vier Jahre sind, kennt er schon überhaupt gar nicht wie übrigens niemand. Ihr wisst schon, warum.) 

Alles gut verheilt, schon etwas mit Fell überwachsen.
Unter der Haut fühlte es sich hart, verschorft und nicht soo normal an. Als ich begann, es zu massieren, da legte Alma den Kopf schief und genoss es, wie man sehen kann.


Lächelt sie nicht fast? Die Massage verbessert anscheinend die Durchblutung an der Stelle, und das scheint eine gute Wirkung zu haben. Nun mussten die anderen Schafe warten, weil ich ja nur zwei Hände habe und die waren jetzt mit dem Kneten von Almas früherer wunder Stelle beschäftigt. Da sie es sichtlich genoss, konnte es nicht verkehrt sein. 

Derweilen legte mir Herr Weiss den Kopf schräg auf die Schulter und blies mir seinen warmen Atem an die Wange. So macht er das immer, wenn man keine Hand für ihn frei hat. Pony stand ganz nah dabei und steckte seinen Kopf auch noch dazu, Petit Criu blieb dabei, aber etwas auf Abstand und wartete auf seinen Moment.
 


Daphne, geb.2001, Thilus, geb. 2002

Sehr erfreulich ist, dass es Daphne wieder so gut geht. Sie ist zutraulich, stellt sich dazu und genießt es, gekrault zu werden. Aufatmen bei mir. Das war lange Zeit anders und machte Frau Raupach und mir Sorge. Frau Raupach ist die Tierhomöopathin, die alle Tiere liebevoll und sehr sachkundig versorgt. Sie hatte beim letzten Mal Daphne ein Mittel gegeben. Von da an änderte Daphne ihr Verhalten und war nicht mehr so schüchtern und traurig. Auch ihre Beine tun ihr nicht mehr weh. Darüber freue ich mich sehr und Frau Raupach auch, wenn sie das liest.
Sie hatte Pauline für ihr tränendes Auge etwas gegeben. Ein paar Tage später war das Auge wieder gut.

Conny hatte auch etwas bekommen. Sie hat sich entschieden, weiterzumachen und beißt wieder mit großer Lust in ihr Knäckebrot. Alte Schafe ohne Zähne bekommen von uns Knäckebrot.

Ihr denkt sicher, was macht sie sich so viele Gedanken um so ein paar Schafe. Man kann nur so denken, wenn man einen riesengroßen Unterschied macht zwischen Streicheltier und so genanntem Nutztier. Diese Tiere sind aber genau so hoch entwickelt und facettenreich in ihrer Seele, in ihren Persönlichkeiten so unterschiedlich, dass man es, glaube ich, gewaltsam unterdrückt und nicht zulassen möchte, hier auch etwas Besonderes und Schützenswertes zu sehen.

Wenn es dieses Besondere aber gibt, ist es auch da, selbst, wenn ich es nicht sehen will.

Die LenauSchule hat mir durch ihre Schafhaltung seit Anfang der Achtziger Jahre  ermöglicht, diese Tiere besser kennen zu lernen. Dafür bin ich ihr sehr dankbar und versuche auch, der Schule dafür, dass sie so besonders war, etwas zurück zu geben. 

Ich glaube, wir tun den so genannten "Nutz"-Tieren großes Unrecht.

Wenn ich von einem Pferd oder Hund oder einer Katze erzählen würde, so, wie ich es hier tue, dann würde sicher niemand dabei etwas seltsam finden. Bei einem Schaf wohl aber schon. Ich glaube, es gibt hier eine Art Tabu, etwas, wo viele Menschen nicht darauf hingewiesen werden möchten.

Wir haben irgendwas nicht in Ordnung in unserem Verhältnis zu den tierischen Mitgeschöpfen und sollten viel mehr darüber nachdenken.

Welche Bilder habe ich noch?
Ach, ja: Fläumchen, Fleckchens Tochter von 2003



Sie hat Glück gehabt, dass man sie mit durchfüttert. Ihre Schwester Löckchen hatte dieses Glück nicht. Man kann nicht alle Tiere "retten". Es kostet viel Geld. Jedes dieser Schafe lebt hier in Pension. Sie werden sehr gut betreut.

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Es stimmt nicht, dass man einfach zwei Schafe nimmt, stellt sie auf eine Wiese und fertig. Das geht immer schief. Jedes Tier braucht Pflege, die Weide auch.

Das kostet hier 30 Euro pro Monat, also einen Euro pro Tag für ein Tier.

Möchte jemand Pate werden für ein Schaf?

Er könnte ein persönliches Verhältnis zu diesem Tier entwickeln, die schöne und heilsame Ausstrahlung  genießen und viel über diese wunderbaren Wesen lernen.

Man kann mir im Büro eine Mitteilung hinterlegen oder in der Schule anrufen und seine Telefonnummer geben, dann rufe ich zurück.

www.lenau.net

Oder der Schule für mich eine Nachricht schicken: info(at)lenau.net           


Er könnte dann auch zweimal im Jahr kostenlos ein Wochenende im Ferienhaus in Garz verbringen.....

Schrecklich, dass die Tierfreunde immer Geld von einem wollen, nicht wahr? Man muss ja nicht darauf reagieren, für mich ist es aber den Versuch wert.

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Das ist Fleckchen, die älteste Lenauerin. Sie ist seit 1993 da und stand bis 2007 auf dem kleinen Hof. 2007 gab es zwei Schulkinder, die sie versuchten zu reiten, daraufhin riss ihr das Knieband. Sie konnte das Bein nicht mehr aufsetzen. Doch in Jahren der Pflege wurde es wieder besser.

Wie überall: Schnell ist etwas zerstört - aber wie lange dauert es, etwas aufzubauen??? Jedenfalls hat sie sich wieder erholt und ist jetzt die Älteste, nachdem ihr Zwillingsbruder Willi im Mai im schönen Alter von zwanzig Jahren ruhig verstarb.

 

Hier haben wir auch noch einen guten alten Lenauer, Nello. Er ließ sich auf dem kleinen Hof von 2003 bis 2007 immer sehr gern von allen Kindern streicheln. Wenn man geht, ruft er mit seiner heiseren Stimme hinterher.... Er ist 2002 geboren, also jetzt zehn Jahre alt und freut sich über jeden Besuch.


 Wen haben wir noch? Einen Paul, der wunderbar chillen kann...
Ihm muss man das Meditieren nicht extra beibringen.


Paul ist am 1.3.2003 geboren, die Mutter ist Conny, der Vater Thilus. Er ist Paulines Zwillingsbruder. Er kam zuerst, dann Pauline. Conny gab beiden ihre Milch, sie hat immer alle beiden Kinder versorgt. Das macht nicht jede, z.B. nicht Alma. Alma gab immer nur einem Kind Milch, deshalb wurde sie dort, wo sie war, ausgebürgert und sollte, na, Ihr wisst schon. Dass Paul sich hier wohlfühlt, das kann man sehen. 



And here you see Paul and his friends: Vorne Paul, hinten rechts Milli, in der Mitte Pauline, hinten Daphne. Die bei Lenau Gebornenen haben alle noch ihre original langen Schwänze, wir haben nie die Schwänze abgeschnitten. Alle Schafe mit kurzen Schwänzen, so wie Daphne, sind zugewanderte Lenauer.

Daphne z.B. wurde zweimal nicht schwanger und schon ---- Na, Ihr wisst schon.. Und weil das so schlimm gewesen wäre, bekam sie hier ihr Asyl. Und welch ein schönes, frohes und dankbares Tier ist sie!!!



Waaaas? Du geeeehst schon? Och nöö! - Ich komm doch wieder, bis bald!

Ein, zwei heisere Rufe von Nello sind noch zu hören, dann komm ich am Stall vorbei, wo Conny so in der Tür liegt, dass sie in die Natur hinausschauen kann und erstaunt guckt - ach, Du bist noch da? Wir denken manchmal, dass Conny schon ein bisschen Alzheimer hat.... Jedenfalls hört sie nicht mehr gut.
Nochmal kurz Conny Tschüss sagen, sie von Fereba grüßen und - ins Auto, zurück nach Berlin!

Liebe Grüße
Minna