Samstag, 13. Juli 2013

Hommage an unsere alte Conny - die mit dem goldenen Gesicht!

Liebe Lenauer, liebe Schafefreunde,

seit dem 8.April, seit meinem letzten Eintrag, ist so viel passiert! Keine Zeit war, es aufzuschreiben und mit Fotos zu illustrieren.

Drei Monate in atemloser Hetze, unter Druck. So entstehen keine schönen Impressionen und Nachbereitungen.

Sag ich doch immer: Nehmt den Druck aus der Schule, schafft mehr Muße, es kommt mehr dabei heraus!

Aber wer hört schon auf mich - außer einigen Schafen?? ;)

Die wissen, was Muße ist und Bei-sich-sein. Bei ihnen kann man es lernen und studieren.

Zunächst gibt es einige nicht so schöne Dinge zu berichten:



Conny, die alte Lenauerin, starb in der Nacht vom 25. auf 26. April. Sie war lange, lange von Familie Klingler aufmerksam gepflegt worden und war bis zum Schluss ganz ruhig, ganz bei sich und auf ihre Art ganz heiter.

Sie gehörte zu den Schafen, die ich auf dem Schafehof der Schule in den Neunziger Jahren kennenlernte. Sie wurde siebzehn Jahre alt. In der Lenau-Schule hatte sie immer Kinder, meist zwei im Jahr, die sie beide mit Milch und ihrer großen Mutterliebe versorgte. Deshalb sagte ich immer zu ihr: "Gutes Mütterchen, Conny!" Das hörte sie gern.




Ihr Tod war für mich nichts Schlimmes, denn sie hatte ein langes und schönes Leben und starb umhegt und umsorgt, als ihre Zeit gekommen war und sie gehen wollte. Was kann man einem Tier mehr wünschen???



Dieses Bild ist vom September 2012.

Sie brauchte keine Spritze vom Tierarzt, sie wurde einfach immer schwächer, bekam ihr Kraftfutter, fraß und trank  bis zuletzt. Dann legte sie sich hin und starb.  Ohne Schmerzen, ohne Krämpfe oder Kampf.

Conny war ein sehr seelenvolles Tier. Immer so ruhig, sehr bei sich, eine ganz Kleine, aber sehr Schöne. Zuletzt hatte sie den Stall mit Fleckchen zusammen für sich alleine. Vorher war ja noch Willi dabei gewesen. Der alte Willi, unser aller Liebling, war im Mai 2012 mit 22 gestorben, etwa so wie Conny, ganz ruhig und friedlich.


Rechts ist Conny, das war im September 2012.
 

  
Hier sieht man Connies wunderschöne Wolle, eine Wolle mit sehr vielen kleinen Löckchen. "Typisch Conny", sagte ein Mädchen beim Filzen in der Wollwerkstatt, "gib mir mal noch ein bisschen 'Typisch Conny' "!

Als Conny gestorben war, war Fleckchen allein im Stall. Alleinsein ist nicht gut für ein Schaf. In der Herde waren beide lange nicht mehr gewesen. Die anderen Tiere sind kräftig und gierig und hätten sie beim Fressen umgeworfen. Die beiden mussten geschützter leben, das taten sie in ihrem Stall, den wir "das Seniorenheim" nannten.

Als letzte der Schülerinnen hat Scherii aus der 6a noch Kontakt mit Conny gehabt. Sie war in den Osterferien mit zu den Schafen gefahren und hat  auch einen Text über ihren Besuch geschrieben. Leider hab ich den schönen Text nicht so mit Bildern versehen, weil ich so viel Anderes zu tun hatte...schade!



 Das ist auf dem Lenauer Schafehof 2003. Links ist Conny an der Heuraufe, rechts ihr Sohn Paul. Die Schüler/innen nannten Conny immer "die mit dem goldenen Gesicht".



Hier sieht man Conny 2003 auf dem Lenauer Schafehof. Vorne ihr Söhnchen "Paul Braunohr", hinter ihm seine Schwester "Kühchen Pauline" Pauline hatte  braune Kuhflecken an den Beinen, Paul hatte braune Ohren. Paul und Pauline sind die Kinder von Conny und Thilus. Wie ihre beiden Eltern sind sie mehr Sensibelchen, ganz zarte Wesen, nicht so auftrumpfend oder fordernd, wie andere. Ihr merkt, bei den Schafen ist es nicht anders als bei den Menschen und nicht anders als in jeder Schulklasse. Es gibt da die Lauten und die Leisen, die Fordernden und die Zarten.

Weiter hinten stehen Fleckchens Kinder Fläumchen und Löckchen. Das war im April 2003. Fläumchen ist immer noch in der Herde, jetzt in der Schäferei. Löckchen wurde weggegeben. Sie haben wir aus den Augen verloren und wissen nichts mehr über sie.


 Hier ist Conny schon alt, das Bild ist von 2012.



Dieses Bild ist von 2013. Man sieht, wie aufmerksam und "da" Conny trotz ihres alten Körpers noch ist.



 Hier war sie noch etwas jünger, so 2011 war das.



2011 nach der Schur. Danke an Ernesto - er schor unsere Alten bis zuletzt, denn eine normale Schafeschur, wo alles ganz schnell gehen muss, ist für alte Schafe nicht mehr möglich. Sie würden dabei verletzt werden, weil man auf ihre alternde Haut mehr aufpassen muss beim Scheren als bei jüngeren Schafen.



Das ist 2011. Fleckchen und Conny haben die Schur gut überstanden und ruhen sich aus. Fleckchen ist immerhin schon zwanzig Jahre alt, Conny fünfzehn.



 Wer will, sieht einem Tier doch an, ob es sich wohl fühlt. Hier lächelt Conny vor Wohlbehagen, das ist 2011.



Dieses Bild ist aus dem Sommer 2008, als die Lenauer Schafe Gras fressen lernten... Sie hatten vorher ihr ganzes Leben lang doch immer nur Heu bekommen. Sie durften ja nicht mehr aus dem Gehege raus, weil sich dann Menschen ereiferten, das sei zu unhygienisch und eine Gefahr für die Schulkinder.... Glaubt es oder nicht: In den frühen achtziger Jahren liefen auf dem Schafehof Hühner frei herum, und die Schafe auch!!!! Und manchmal sogar waren die in der Sandkiste, stellt Euch das vor!!!
Und NIEMAND fand etwas dabei!! Das ist sehr lange her!


Es gibt ja Stimmen, die sagen, die Zahl der Allergien bei Kindern könne auch daher kommen, weil sie und ihr Immunsystem ZU WENIG mit natürlichen Situationen konfrontiert sind. Immunsysteme müssen auch lernen. Wo waren wir denn als Kinder? Auf dem Bauernhof, in der Natur, wo es nach heutigen Maßstäben nur dreckig war. Das sorgte für ein sehr stabiles Immunsystem. Also, wie gesagt, die Schafe mussten lernen, wie man weidet... das war ab dem 12. Dezember 2007. Da kamen sie in die Schäferei, denn vorher waren sie mutwillig schwer verletzt worden...aber das ist eine andere Geschichte.



Hier ist Conny mit Willi zusammen, 2012 war das.



 Jetzt hab ich das Foto mit Conny und Scherii noch gefunden!! Das war am 2. April 2013. Das war Connies letzte Begenung mit einem Lenauer Schulkind. Sie hat in der Schäferei viel Zutrauen zu Menschen gewonnen und war mit den Kindern hier immer gern zusammen. In der Schule vorher war sie eher scheu.
Hinten liegt Fleckchen.




 Hier bewundert Scherii Bonsais Kind...

Wie es dann weiterging, erzähle ich beim nächsten Mal! Ich bin einfach mal bei Conny hängengeblieben. Dabei hab ich noch sooo viel zu erzählen. Aber Conny hat es verdient, dass man sie mal wichtig nimmt.
Vielen Dank Conny, es war so schön, Dich kennengelernt zu haben!

Liebe Grüße
Eure Minna 



Montag, 8. April 2013

Schafeausflug am 2.4.


Am 2.4.2013 bin ich mit Minna zu den Schafen gefahren,zuerst haben wir auf noch jemand gewartet, aber die kam nicht, sie hat leider verschlafen, also dann ohne sie los, im Auto hab ich ein bisschen Musik gehört und sowas. Dann als wir da waren,ging Minna  mit Bruno und ich durfte mit Herrn Klinglers zu den Müttern, die Mütter haben schon ihre Lämmchen,es sind 36 Lämmchen,und die sind ziemlich Süß.
Ich ging dann noch zu Cony und Fleckchen , Fleckchen scheint vom Körper immer älter zu werden.

Dann kam Minna mit Bruno, Bruno wurde von der Leine befreit, Bruno kam dann ohne Leine zu mir, er wollte gucken wer ich bin, und ich bin weggerannt, Bruno ist mir hinterhergerannt, und ich hätte fast ein Herzinfakt bekommen. Das war ne riesen erfahrung.
Dann gingen Minna und ich zuerst zu den Lenauernschafen, ich hab mich nicht rein getraut,aber dann als Minna die andern abgelengt hat,damit ich zu Alma gehen kann, bin ich zu Alma gegangen,und Alma ist einfach weg gegangen,fand ich ziemlich fies von ihr. Aber dann gingen Minna und ich zu den Müttern,und den Lämmern,Frau Klingler hat gesagt dass ich Bonsais Kind ein Fläsch'chen geben darf.



Ich hab ihr dann ein Fläsch'chen gegeben.
Ich durfte sie sogar auf den Arm nehmen.
Gestreichelt hab ich sie auch.
Dann war ich noch ein bisschen bei Cony und Fleckchen.
Danach gingen wir auch.
Als ich zu hause war nahm ich ein schönen warmen Bad.
Das war auch der Ausflug.

Viele Grüße
Eure Cherry 

Bilder kommen noch.............

Sonntag, 10. März 2013

Wollfilzteppichschöpfungsergebnisse

Möchte sie nur noch zeigen, bevor sie morgen ihren "Schöpfern" zurückgegeben werden: die Wollfilzteppiche:


 "Irgendwas mit Graffity..." 
(hoffentlich nix Schlimmes... +_+)

 Ohne Titel. Vergessen zu fragen...

 Grrr, da lag eine Plastiktüte von....

 Frühling am Spielplatz

 "Lütfije...So heißt meine Mama!"

 Hier sind Mama und Papa mit drauf.

Herziges Katzengesicht.

Die weiße Wolle ist übrigens von Pauline. Das ist die Zarte, die oben auf dem Titel  vorne ins Bild schaut. Am 1. März wurde sie 10 Jahre alt. Da hat sie doch Glück gehabt bis jetzt, oder?? 

Neben ihr steht ihr Bruder Paul. Er ist am gleichen Tag geboren. Pauline und Paul sind sozusagen hochsensibel. Sie sind wunderbare Tiere und könnten beide noch einen zahlenden Schafspaten gebrauchen.... ; )) 

(30 Euro im Monat und ein Paar Socken im Jahr gratis. Aus der Wolle vom frohen Schaf. Und die Freude, etwas Gutes zu tun.) 

Hier sind die beiden im Sommer 2003, ihrem Geburtsjahr, auf dem damaligen Schafehof im Schafsgehege der LenauSchule zu sehen:


 Paul hinten, Pauline vorn, 
auf beiden Bildern.


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Samstag, 9. März 2013

Kinder sind Philosophen

In der Schule habe ich diesen schönen Raum, die Wollwerkstatt. Dort findet der Wahlpflichtunterricht statt. Der ist aber nur für die 5. und 6. Klasse. Oft bleiben jüngere Kinder stehen und fragen: "Kann ich auch mal was mit der Wolle machen?" und dann sage ich ungern immer nein. Doch ich bekomme keinen zeitlichen Ausgleich dafür, das ist nicht vorgesehen.
Freitags habe ich vier Stunden Unterricht und die Aussicht aufs Wochenende. Damit kann ich der Schule etwas von dem, was sie an Unterstützung für die Schafe und die Wolle  gibt, zurückgeben.

Wir filzten Teppiche, und, wie immer beim handwerklichen Arbeiten, entsteht so eine Erzählstimmung, S. fragte mich zum Beispiel, ob ich es mag, Lehrerin zu sein.

Die Wolle riecht angenehm, man kann sie nur in großer Ruhe bearbeiten, man muss sich Zeit nehmen. In dieser Zeit kann sich etwas entwickeln, das man so nicht planen kann. Ein Gespräch zum Beispiel. Das ist auch das Schöne an der Wolle.



Kinder wollen eigentlich immer gerne etwas tun. Gerne würde ich mit ihnen auch werken, mit Holz arbeiten, aber nun ist da schon die Wolle. Sie ist die Verbindung zu den Schafen, und das schafft Zusammenhänge.
Was uns allen in unserer Gesellschaft fehlt, ist der Blick und der Sinn für die Zusammenhänge; sie bestehen, aber sie werden nicht gesehen.
Dadurch bleiben wir alle beschränkter als wir es nicht sein müssten.
Aber ohne diese Worte macht es auch einfach Freude, etwas zu schaffen, zum Beispiel diese Teppiche hier. Ganz fleißig arbeiten die Kinder daran, die Wollfasern zu verfilzen. "Du musst auf der Noppenfolie mit den Händen hin- und hergehen und die Wolle gut massieren."........ K. (hinten) plötzlich: "Ich massiere die Wolle, und die Wolle massiert mich."
Ich bin platt. Das ist hoch philosophisch. Zeige meine Begeisterung. Da meint sie: "Aber ich spür es doch, hier, an der Hand, wie mich die Wolle massiert.." Ich massiere die Wolle, und die Wolle massiert mich.

Diese Empfindung, das, was von der anderen Seite kommt, überhaupt zu spüren - und dem dann Worte geben zu können, nehme ich als ein Geschenk in mein Wochenende mit!



Also ehrlich: Welcher Erwachsene erlebt in seinem Berufsalltag solche schönen Momente, wo plötzlich ein Lichtstrahl durch den Raum geistert...Das gab's doch sicher nur im Hain Akademos damals, oder? Erlebt Ihr auch solche schönen Augenblicke, wo etwas aufblitzt? Wo plötzlich irgendetwas anwesend ist, was eine Art Hintergrund, Panorama, schafft, eine neue Dimension eröffnet, so dass man die Dinge voller erfassen kann? Diese Dimension war sicher vorher auch schon da, aber ziemlich gut verborgen.
Ja, im Lehrerzimmer, da hab ich das, glaube ich, noch nie erlebt, man möge mir verzeihen....Sorry, aber es ist so. Leider!
Mit der Gestaltung hatte noch nie jemand Probleme. Du stellst die farbige Wolle hin, wenn der Teppich angefilzt ist, und - flugs - bildet sich etwas Farbiges darauf. Schön, zu sehen, wie es entsteht.
 



F. legte ein Herz, aus dem wurde dann ein Katzengesicht.



Jetzt ist der Teppich fertig. Schön ist er geworden!



Die Antwort auf S.s Frage war: Ja!
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Dienstag, 5. März 2013

Wollwerkstatt Erstes Treffen mit der neuen Gruppe

 Liebe Lenauerinnen und Lenauer!
 
Das erste Treffen mit der Wahlpflichtgruppe heute früh. Alle sind sehr interessiert und so freundlich, dass es wirklich eine Freude ist, mit ihnen die ersten beiden Stunden zu verbringen. 



Wir beginnen mal mit den Bällchen wieder, zum Jonglieren. Innen sitzt das Gelbe eines Kinderüberraschungseies, gefüllt mit Vogelsand. Damit der Ball eine gewisse Schwere hat. Drumherum ist gefilzte Wolle.




Einer hat sich abgesetzt. Er will unbedingt weben! Es ist Burak, der Junge, der sich nach dem Fisch erkundigt hatte. Er kann schon weben, sagt er. Wir finden zum Glück einen schon bespannten Rahmen, gleich legt er los. Den Rest der beiden Stunden hörst und siehst Du nix mehr von ihm, voll konzentriert webt er mit äußerster Geschwindigkeit. "Möchtest Du es mit nach Hause nehmen und dort weiter weben?" Nein, möchte er nicht.  Aber jetzt, wo wir mit den Bällchen schon fast fertig sind, da könnte es auch ein Bällchen sein. "Nee, das ist jetzt zu spät. Magst Du noch ein wenig Wolle kämmen?" Ein Glück, er mag und kämmt gleich eine schöne Perücke, ganz selbständig. Sogar die Schraubzwinge weiß er zu handhaben! Das kommt selten vor.
 
Grüße Minna 

Muss mal die Bälle fotografieren und hier vorstellen. Sie sind sehr hübsch geworden. Ich freue mich sehr auf dieses Halbjahr mit der Gruppe in der Wollwerkstatt! :))

Sonntag, 24. Februar 2013

Die Wolle und der Fisch

Jetzt beginnt wieder ein neues Halbjahr mit neuen Kindern in der Wollwerkstatt. Ich freue mich schon auf sie. Drei Mädchen aus der 5. Klasse haben schon ganz lange gesagt, dass sie kommen wollen, und sie haben es wahr gemacht. Schön!

Dann kommt noch ein Junge, der vor drei Jahren sich zu dem letztverbliebenen Feuerschwanz aus dem Musikbereich, den ich zu mir in den Wollraum genommen hatte, vors Aquarium gesetzt hatte und dem bis dahin scheuen Fisch so viel Vertrauen gegeben hatte, dass der, SENSATION!, erstmalig seine Versteckhöhle verließ und sich zeigte, im Aquarium seine Runden schwamm.

Ich hätte mich sehr gefreut, wenn H. öfter mal gekommen wäre. Er ist ein ganz zarter Junge, sehr empfindsam, aber normalerweise meint er, es sei nicht cool, sich so zu zeigen. Bei dem Fisch konnte er das und es stellte sich auch etwas zwischen den beiden her. Doch dann drängte sich ein anderer, sehr dominanter Junge davor, der nur Blödsinn machte, und dann schickte ich den zweiten weg, und H. ging mit ihm. So fand die Sache über zwei Jahre lang keine Fortsetzung mehr ...

Das Aquarium ist nun bei mir zu Hause. In den Ferien, wenn die Schule geschlossen ist, ist es manchmal sehr schwer, die Fische angemessen zu pflegen. Ich dachte auch, der Fisch bekommt bei mir zu Hause, wo mehr "los" ist, mehr Vertrauen. Doch weit gefehlt! Nun habe ich ihn schon monatelang nicht mehr schwimmend gesehen, obwohl er alles genau beobachtet und mir jetzt über die Schulter ins Licht des Monitors hin zuschaut....Er ist allein in dem Aquarium, weil er alle, aber wirklich alle, die ich zu ihm setzte, aufs grausligste verstümmelte und zerriss. Jetzt habe ich ihn schon seit Jahren als Pensionär. Weggeben kann man ihn nicht, er würde nur Unheil anrichten, weil er so...sagen wir mal...brutal verhaltensgestört ist!

Wenn H. dann kommt, - ob ich den Fisch und das ganze Drumherum nochmal für ihn, für beide, umsetze??? Das kostet mich mindestens vier Stunden harte Arbeit... Aber es reizt mich ein wenig. Denn H., auch (auch??) ein sehr schwieriger Junge, sagte, er freut sich ein ganzkleinwenig auf die "Wolle", fragte gleich: "IST DER FISCH NOCH DA?"

Ich hatte immer Fische dort und auch einmal Mäuse. Aber DAS ist eine lange Geschichte. Ich hätte sie aufschreiben sollen...Die Kinder waren verrückt nach den Mäusen. Es war auch für viele die einzige Gelegenheit, Kontakt mit Tieren aufzunehmen.

Das muss ich mir alles überlegen. 

Manchmal werde ich gefragt, einfach so, ob wir mal was mit der Wolle zusammen machen. Von Kindern, die ich nur mal in der Pause oder auf dem Gang treffe. Und so kam es, dass wir letzten Freitag diese Handytaschen filzten, zwei Mädchen aus der A1, 2. Klasse sozusagen und ich. Es hat großen Spaß gemacht.

Das sind noch quasi Rohlinge. Morgen werde ich die Gummibänder am oberen Rand durchziehen, dann sind die Handytaschen fertig. Sie sind sehr liebevoll von der Idee und der Ausführung her angelegt. C. hat ihre für ihre Mama gemacht, Z., glaube ich, auch. Die Mädchen haben nämlich noch keine Handies. Gute Eltern!!!


Na ja, die linke Tasche ist von mir.  Die farbige Wolle ist gekauft, die rohweiße ist von unserem Schaf Pony, da weiß ich, dass das Tier es gut hat und habe Freude, wenn es seine Wolle für ein Produkt hergibt.

Schön ist es, wie beim Arbeiten die Wolle riecht; der Geruch der Wolle verbindet sich mit dem der Seife, und man kann danach noch stundenlang versonnen an den Händen schnuppern, selbst, wenn man die gut gewaschen hat, sie duften noch stundenlang so schön.

Am Freitag kommen K. und A. Sie haben auch gefragt und schon etwas angefangen. Das beenden wir dann.

Ich glaube, die ganz individuellen Handytaschen-Geschenke für ihre Mamas werden den beiden Mädchen C. und Z. sicher gut gefallen...und den Beschenkten dann hoffentlich auch!   : ))

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Sonntag, 17. Februar 2013

Neues vom "Schafsplaneten"

Liebe Lenauerinnen und liebe Lenauer!

Ist der letzte Besuch bei den Schafen schon so lange her? Aber ja: Drei Wochen! In diesen drei Wochen waren die Schäfer in Garz sehr schwer krank. Beide hatten nacheinander die Grippe und - wenn ich nicht helfen konnte, dann wollte ich auch nicht stören.

Gestern fuhren mein Mann und ich wieder hin, wir trafen zwei fröhliche Seniorinnen an, Conny und Fleckchen. Conny mit ihren großen Augen, wie stets, ganz wackelig aber sehr behutsam mit den alten Beinen - hat sie es doch fast durch den Winter in den Frühling hinein geschafft!!!

Man hätte ihr das nicht prophezeit...Was so ein eiserner Lebenswille alles schafft! Wie schön, dass Du noch da bist, Conny, alte Lenauerin!

 Hier ist ein Bild von Conny auf dem Lenauer Schafehof aus dem Jahr 2003:




Conny schaut, was in der Schaferaufe so für Heu ist, neben ihr eines ihrer Kinder, Paul oder Pauline. (2003)


 Dieses Bild zeigt Conny im März 2011 beim Genuss der Sonnenstrahlen.


Hier ist Conny im Januar 2012 zu sehen.


Die häufigste, mir gestellte Frage in den letzten Jahren: "Wie alt wird eigentlich ein Schaf?" --- Ja, EIGENTLICH, so zwanzig Jahre! Es ist aber auch schon ein Ding, dass es keiner weiß. Weil es alte Schafe kaum gibt. Warum? Na, das kann man sich denken. Jedenfalls genießt Conny ihr Leben, auch im Alter. Es ist ihr zu gönnen!

Auf der Weide:


Pony, geb. 2005


Hier sehr Ihr Pony 2005, 
E. und H. hatten vier Lämmchen vor dem Tode gerettet : )) 
und - hey - in die LenauSchule gebracht. :/


Dort versorgten wir sie erst einmal, die Kinder und wir zusammen rund um die Uhr - weißt Du noch Mert? Weißt Du noch, Sultan? Ihr habt ihnen doch immer die Flasche gegeben! Dann brachte E. sie nach Garz. Tüpfel starb nach der Kastration, Maria ist noch in der Garzer Herde, Maske wurde von Frau R. als Patenschaf adoptiert und Pony- er sprang mal zu uns rüber und lebt seitdem bei den Lenauern. Er hat keinen Paten. Obwohl er gut einen gebrauchen könnte - und meinen Geldbeutel würde das auch sehr entlasten... 30 Euro im Monat, und Pony ist Dein Patenschaf!

Das ist Ponies Wolle: Mit ihr filzen wir die Bälle und die Handytaschen:




Dann haben wir noch Petit Criu, er ist einer der ganz Zartbesaiteten der Herde, neben Paul, Pauline und Thilus. Paul und Pauline sind übrigens Connies und Thilus' Kinder:


 Er ist eine ganz zarte Seele und sehr anhänglich. Wenn alle anderen schon gegangen sind, weil es nichts mehr zu fressen gibt, dann sind Petit Criu (Criü!) und Pony immer noch da....


So sieht Crius Wolle aus...

 
Hier ist er noch einmal. Petit Criu, geb. 2009
So ein echter Lenauer ist er damit natürlich nicht.


Die "echten" Lenauer Schafe, die bis Dezember 2007 auf dem kleinen Hof der Schule standen, sind: Conny, Fleckchen, Paul, Pauline, Thilus, Nello, Milli, Fläumchen und Alma.

 Jetzt stelle ich noch einmal Paul vor:



Früher war er sehr, sehr scheu. Jetzt hat er Vertrauen gewonnen, wenn er die Personen länger kennt. So schnell kann man ihn nicht streicheln....



Ganz anders: Alma! Sie ist forsch und entdeckungsfreudig.




Hier seht Ihr sie damals mit Kindern auf dem Hof laufen.......



Hier schaut sie E. beim Graben zu...



Für Alma war das eine schöne Zeit. Für viele Kinder an der Lenauer Schule auch.


Oft werde ich gefragt: Warum gibt es die Schafe an der LenauSchule nicht mehr? Soll ich EHRLICH darauf antworten? Ich kann Euch sagen: An mir hat es nicht gelegen!

Herzliche Grüße
Minna