Mittwoch, 17. Juli 2013

Was ist mit Nello los?

Liebe Schafsfreunde, liebe Lenauer,

heute war ich zu Besuch in der Schäferei. Na ja, erst musste ich mit Bruno gehen. Der riss fast die Bude ab, als er das Auto kommen hörte. Ehrlich, er übertreibt ganz schön. Deshalb musste der Spaziergang mit ihm auch gleich sofort  sein. Das duldet keinen Aufschub.



Es ist heute ziemlich heiß gewesen, blauer Himmel, Sonne, ein wunderschönes Wetter. Aber an unserem Spazierweg steht KEIN Baum!!! Unfassbar. Also über eine sehr lange Strecke kein Schatten. Nun war ich schon recht früh heute da, damit Bruno es nicht so schwer hat mit dem Weg, dem Kreislauf und der Sonne. Er ist ja auch schon acht Jahre alt. 

Als wir am "Totenpfuhl" waren (so heißt der Teich wirklich), sprang Bruno gleich hinein. Am liebsten hätte ich es ihm gleichgetan. Es ist so schön, gemeinsam mit einem Hund zu schwimmen! Aber man ist ja vernünftig und ich musste ihm auch sagen, dass wir jetzt umkehren, denn ich bin ja auch wegen der Schafe da!




Links des Weges steht der Weizen noch. Rechts die Gerste wurde schon abgemäht. Brunos Bad hat ihn erfrischt und ihm den schattenlosen Weg zu seinem Zu-Hause leichter gemacht. Wir schaffen das gut zusammen.


Dann werde ich zum Kaffe eingeladen und Herr K., der Schäfer, und ich sprechen über die Schafe. In diesem Jahr sind ja einige verstorben: Die beiden Alten, Conny und Fleckchen, aber auch Daphne. Und dann verschwand Pamuk. Herr K. meint, jemand habe Pamuk geklaut. Es käme schon einmal vor, ich wollte das nicht glauben. Aber es ist wohl so gewesen. Nach dem Gespräch glaube ich es jetzt auch. Es tut mir so leid. Ich mag Pamuk nämlich sehr. Pamuk gehörte nicht zu den engeren Lenauer Schafen. Sie war auch nie an der Schule auf dem Schafehof wie Thilus, Nello, Alma, Paul, Pauline, Milli und Fläumchen. 

Ich hatte sie einfach dazugenommen und wollte für sie sorgen, weil sie so schöne Wolle hat und ein wunderbares Schaf ist. Und nun ist sie einfach weg. Ein Mutterschaf würde niemals wegrennen und seine Kinder allein lassen. Sie hat nämlich ihre zwei Kinder zurückgelassen. Wenn sie gestorben wäre, hätten wir das auch mitbekommen. Es ist ein Rätsel und ist mir sehr unheimlich. Es ist nämlich in der Schäferei noch nie ein Schaf weggekommen. Doch Herr K. sagt, er weiß, dass es manchmal woanders schon so gewesen ist.

Dann ist es schon halb elf Uhr und ich mache mich auf zu den Schafen. Sie liegen vorn auf ihrer Weide, mitten in der Sonne! Ich versteh das nicht! Niemand versteht das. Sie haben die schönen großen Weidenbäume als Schattenspender und nutzen sie nicht. Dort geht auch ein schöner Wind. Die Blätter sind dicht, es ist angenehm kühl und frisch unter den Bäumen. Und unsere Schafe liegen mitten in der Sommerhitze, ungeschützt! 

Wenn die Bäume nicht wären, dann könnte jemand sagen: Das ist Tierquälerei. Die Bäume sind aber da, nur die Schafe gehen nicht hin. Sie liegen vorne am Zaun.

Nello hat mich als erster gesehen und ruft mit seiner heiseren Stimme. Alle springen auf, ich lotse sie unter die Bäume und verteile dort das Knäckebrot und etwas von den Pellets, Kraftfutter.

Sie sind gierig wie immer. Aber etwas fehlt, einer fehlt. Ganz vorne im Gras ein dunkler Kopf. Nello. Er ist nicht mitgekommen? Obwohl er sonst der Gierigste von allen ist?! Das gefällt mir nicht.

Ich setze mich zu ihm. Er ist aufmerksam, frisst, will nicht trinken, möchte gerne noch mehr fressen, steht aber nicht auf. Ich fühle an seinen Beinen: Dort ist nichts Offensichtliches festzustellen, nur finde ich, dass er die Vorderbeine so abknickt und seine Stellung nicht mal verändert.

Ich weiß, dass er etwas an den Gelenken hat. Er kann sich nicht mehr so ganz leicht erheben. Doch war er bisher immer mit dabei. Es dauerte nur ein wenig länger.

Herr K. und ich verabreden, dass er mich heute Abend anruft und mir sagt, was er gesehen hat und ob Nello später am Tag noch aufgestanden ist.



Herr K. rief eben an. Nello lag noch, als er auf die Weide kam. Er half ihm hoch, dann fing Nello an zu grasen, Herr K. gab ihm Kraftfutter und Wasser. Nello fraß, trank und graste.  Nello ist nun auch 11 Jahre alt. Doch immer wirkte er schwächer als Thilus, der im gleichen Jahr geboren ist, 2002.


Nello hat eine Patin. Sie zahlt seine Pensionskosten und nimmt weiterhin Anteil an ihm. Frau Biel ist die Lehrerin unserer Schule, die viele Jahre die Schüler und die Schulschafe mit Schulprojekten zusammengebracht hat. 

Einige Jahre betreuten wir gemeinsam die Schafe. Als Frau Biel pensioniert wurde, habe ich dann die Schafe sozusagen "übernommen".

Nun wird Nello in der Schäferei mehr Aufmerksamkeit bekommen, täglich Kraftfutter und Hilfe beim Aufstehen, wenn es nötig ist. Wir hoffen beide, Herr K. und ich, dass diese Schwäche nicht anhält. 

Herr K. will noch ein neues Stück Weide öffnen. Darauf sind alle Schafe immer ganz scharf. Wenn man den Zaun auch nur ein kleines Stückchen nach hinten versetzt, stürzen sich die Schafe auf das Stückchen Wiese, das noch nicht abgeweidet wurde. 

So hat Nello vielleicht noch mehr Grund, sich aufzuraffen, wenn es schönes frisches Gras gibt.

Worüber wir uns alle wundern, wir fassen das nicht, ist, dass unsere Schafe ständig in der Sonne liegen, obwohl sie in den Schatten gehen könnten.... So blöd kann doch keiner sein. Aber es ist so.

Jetzt ist Däumchendrücken für Nello "angesagt", ich hoffe sehr, dass er wieder mehr zu Kräften kommt. Frau Raupach habe ich auch schon informiert, vielleicht fällt ihr etwas dazu ein. Dann frag ich auch noch Ernesto. Ernesto kennt sich mit Schafen aus wie kein zweiter.

Also heute hat mir das Berichten nicht so viel Spaß gemacht. Vielleicht gibt es ja auch noch Schafsexperten, die noch einen Tipp für uns haben, wie wir Nello stärken können, so dass er wieder mühelos aufstehen kann und besser "auf die Beine kommt".... :))

Viele Grüße
Eure Minna


Dienstag, 16. Juli 2013

Fleckchen von Lenau Teil 1

Hallo liebe Lenauer/innen, 
hallo liebe Schafefreunde!

Heute vor vier Wochen teilten wir die Zeugnisse aus bzw. haben einige von Euch sie bekommen.
Berlin ist ruhig und leise und man hat sich von den Strapazen des letzten Schuljahres schon ganz gut erholt.
Die Hälfte der Ferien ist schon ziemlich lange überschritten, aber das Ende glücklicherweise auch noch nicht in Sicht.

Wir können noch etwas damit anfangen!

Ich möchte heute über Fleckchen nachdenken. Die Zeit nutzen, um ein kleines Porträt von ihr anzufertigen.

 


Fleckchen gehörte zu den Lenauer Schafen, so lange ich die Schafe kenne. Ich kam 1989 zur LenauSchule. Da gab es die Schafe schon. Eigentlich hatte ich zu einer anderen Schule hin gewollt. Als ich aber die Friedhofsmauer an der Baruther Straße entlangging, um mich bei der Schulleitung der LenauSchule vorzustellen, da sah ich durch den Zaun hindurch die Schafe und hörte einen Hahn krähen. Wir hatten damals ja noch Hühner, sie liefen frei auf dem Schulhof herum....


 
 Willi (hinten) und Fleckchen (vorn) , die Zwillingsgeschwister, auf dem kleinen Schafehof. Sie durften eigentlich nicht mehr raus aus dem Gehege. Das "Hygiene"ding. Aber am Wochenende hab ich's trotzdem gemacht. Hinten die alte Weide, von der sie alle immer so gern Blätter gefressen haben, Zaun und Stall. Das Bild ist aus dem Jahr 2007.

...und ich dachte mir: So unangenehm kann eine Schule nicht sein, die Schafe und Hühner hält! Wahrscheinlich haben viele Eltern und Schüler das auch gedacht! Denn oft hörte man: "Ach, die Lenau? Ist das nicht die Schule mit den Schafen?" 

Die Tiere waren 1982 oder 1983 an die Schule gekommen, um türkischen Schülern in Berlin etwas von zu Hause in der Türkei Vertrautes mitzugeben. Damals waren unsere türkischen Schüler noch in der Türkei geboren und kamen oft aus kleinen Dörfern mit Schafhaltung. Es war ein Projekt der Schule mit der Freien Universität gewesen, Prof. Dr. Zimmer betreute es damals.

Damals wurden die Tiere auch von der Hausmeisterei versorgt, von unserem "Otti", dem Herrn Vogel und Frau Gottschalk. Man kam an die Schafe nicht so recht heran. Man konnte sie eben sehen. 

Man konnte aber mit Otti in den Hühnerstall gehen, Eier sammeln und dann Pfannkuchen in der Klasse damit backen. So war das damals.

Im Frühling gab es Lämmchen, die wurden bewundert und gehätschelt, nach Ostern waren die Lämmchen aber immer weg. 


 Conny und Fleckchen mit Lamm, 2003


SchülerInnen mit Willi, Fleckchen, Ali, Pauline, 
am Gehege in der LenauSchule, 2004, 
Fleckchen ist immer mittendrin, 
fällt aber nie so auf. Sie ist eher scheu.

Die Schafe waren da und es war sympathisch, doch es bekümmerte mich bis dahin nicht groß. Mitte der 90er wollte die Schulleitung aber die Schafe weghaben. Wir bildeten eine Gruppe im Kollegium, waren sechs Kolleginnen und kämpften für den Verbleib der Schafe. Da es anderen egal war, uns aber war es wichtig, blieben die Schafe. So um 1992/93 müssen die Zwillinge  Willi und Fleckchen im Schulgehege geboren worden sein. Später, so 1995, kamen Ali und Conny dazu. Es gab noch den Bock Lino, mit dem war nicht gut Kirschen essen, der sorgte für die Lämmchen. Ali und Willi waren kastriert.

Conny und Fleckchen bekamen jedes Jahr je ein oder zwei Junge. Ernesto, der unsere Schafe später immer schor, sagte von Fleckchen, als er sie schor: "Sie hat ein großes Gewächs im Euter, sie wird keine Milch mehr geben. Wenn Ihr nicht eine Riesenarbeit haben wollt, dann..." 

Das war so um 2001.

2002 waren die Schafe in der Ferienzeit wieder bei Ernesto auf der Sommerwiese. Bei uns an der Schule wurde gebaut. Ernesto hatte mittlerweile die jungen Böcke Thilus und Nello bei sich stehen, die er selbst gezüchtet hatte. Sie waren ein Jahr alt. Die Bauarbeiter reparierten das Schuldach. Frau B., die Lehrerin, die die Schafe mit ihren SchülerInnen damals fleißig und liebevoll betreute, war der Meinung, sie sollten länger auf der Sommerwiese bleiben, weil immer Styroporkügelchen vom Dach ins Gehege fielen und sie hatte Angst, das könnte den Tieren schaden.

Nur führte es dazu, dass Conny und Fleckchen, als sie wieder zu uns zurückkamen, beide schwanger waren.

Wir hatten im Jahr vorher, 2002, schon Fleckchens Tochter Milli mit der Flasche aufziehen müssen, sechsmal am Tag, tags und nachts je eine Flasche Milch gegeben. Katastrophe für die Nerven. 

Tagsüber war es schön, wir konnten mit SchülerInnen hingehen, aber spät abends und nachts...

2002 waren wir noch etwa fünf Lehrerinnen in der "Schafegruppe", also jede musste eine "Schicht" übernehmen. Ernesto übernahm oft die Fütterung nachts um drei Uhr, denn er führte ein Restaurant und kam auf dem Weg nach Hause nochmal vorbei.

Also Milli hat uns ganz schön Nerven gekostet und gedankt hat sie es uns nie...
Nun, 2003,  war Fleckchen wieder tragend. Doch wir wussten nun, was auf uns zukam.

Darum ging ich  zur Klauentierklinik in Zehlendorf und ließ mich beraten. Wir hatten auch schon einen Bauern, der wollte uns die Lämmchen abnehmen und sie mit der Flasche aufziehen. Ein Super-Angebot!!! Klang verführerisch. Wir wären unser Fütterproblem losgeworden. Doch wollte ich vorher noch genauer wissen, was es für die Mutter bedeutet, wenn man ihr nach der Geburt das Kind wegnimmt. "Ach", meinte der Arzt, "Sie wird ein paar Tage schreien, dann gibt sich das..Es bringt sie nicht um."

Eine Mutter, die tagelang weint? Nee. So beschlossen wir gemeinsam: Wir füttern noch einmal  und lassen Kind oder Kinder bei ihr.

 

Hier sieht man nun die glückliche Mutter Fleckchen 2003, ein paar Tage nach der Geburt mit einem ihrer Lämmchen, wahrscheinlich ist es Fläumchen (weiter hinten im Bild liegt das andere) und hatten über Monate die Fütterei wiederum an der Backe.


 







So, das sollte für heute reichen. Es ist dann eben nur Teil 1 über Fleckchen. Fleckchen war  nie so ein liebes, zugewandtes Schaf wie Conny. Gierig war sie, sie drängte auch immer alle weg; zickig war sie, gestreicheltwerden mochte sie nicht, genau wie ihre Tochter Milli. Auch Fläumchen ist nicht so verschmust. 

Fleckchen war kein Schaf, zu dem die Kinder oder wir etwas aufbauen konnten. Eigentlich kannte man sie gar nicht so gut. Das ist aber auch in Ordnung. Es ist eben nicht jeder ein Schmusemonster.

Viele Grüße
Eure Minna

Samstag, 13. Juli 2013

Hommage an unsere alte Conny - die mit dem goldenen Gesicht!

Liebe Lenauer, liebe Schafefreunde,

seit dem 8.April, seit meinem letzten Eintrag, ist so viel passiert! Keine Zeit war, es aufzuschreiben und mit Fotos zu illustrieren.

Drei Monate in atemloser Hetze, unter Druck. So entstehen keine schönen Impressionen und Nachbereitungen.

Sag ich doch immer: Nehmt den Druck aus der Schule, schafft mehr Muße, es kommt mehr dabei heraus!

Aber wer hört schon auf mich - außer einigen Schafen?? ;)

Die wissen, was Muße ist und Bei-sich-sein. Bei ihnen kann man es lernen und studieren.

Zunächst gibt es einige nicht so schöne Dinge zu berichten:



Conny, die alte Lenauerin, starb in der Nacht vom 25. auf 26. April. Sie war lange, lange von Familie Klingler aufmerksam gepflegt worden und war bis zum Schluss ganz ruhig, ganz bei sich und auf ihre Art ganz heiter.

Sie gehörte zu den Schafen, die ich auf dem Schafehof der Schule in den Neunziger Jahren kennenlernte. Sie wurde siebzehn Jahre alt. In der Lenau-Schule hatte sie immer Kinder, meist zwei im Jahr, die sie beide mit Milch und ihrer großen Mutterliebe versorgte. Deshalb sagte ich immer zu ihr: "Gutes Mütterchen, Conny!" Das hörte sie gern.




Ihr Tod war für mich nichts Schlimmes, denn sie hatte ein langes und schönes Leben und starb umhegt und umsorgt, als ihre Zeit gekommen war und sie gehen wollte. Was kann man einem Tier mehr wünschen???



Dieses Bild ist vom September 2012.

Sie brauchte keine Spritze vom Tierarzt, sie wurde einfach immer schwächer, bekam ihr Kraftfutter, fraß und trank  bis zuletzt. Dann legte sie sich hin und starb.  Ohne Schmerzen, ohne Krämpfe oder Kampf.

Conny war ein sehr seelenvolles Tier. Immer so ruhig, sehr bei sich, eine ganz Kleine, aber sehr Schöne. Zuletzt hatte sie den Stall mit Fleckchen zusammen für sich alleine. Vorher war ja noch Willi dabei gewesen. Der alte Willi, unser aller Liebling, war im Mai 2012 mit 22 gestorben, etwa so wie Conny, ganz ruhig und friedlich.


Rechts ist Conny, das war im September 2012.
 

  
Hier sieht man Connies wunderschöne Wolle, eine Wolle mit sehr vielen kleinen Löckchen. "Typisch Conny", sagte ein Mädchen beim Filzen in der Wollwerkstatt, "gib mir mal noch ein bisschen 'Typisch Conny' "!

Als Conny gestorben war, war Fleckchen allein im Stall. Alleinsein ist nicht gut für ein Schaf. In der Herde waren beide lange nicht mehr gewesen. Die anderen Tiere sind kräftig und gierig und hätten sie beim Fressen umgeworfen. Die beiden mussten geschützter leben, das taten sie in ihrem Stall, den wir "das Seniorenheim" nannten.

Als letzte der Schülerinnen hat Scherii aus der 6a noch Kontakt mit Conny gehabt. Sie war in den Osterferien mit zu den Schafen gefahren und hat  auch einen Text über ihren Besuch geschrieben. Leider hab ich den schönen Text nicht so mit Bildern versehen, weil ich so viel Anderes zu tun hatte...schade!



 Das ist auf dem Lenauer Schafehof 2003. Links ist Conny an der Heuraufe, rechts ihr Sohn Paul. Die Schüler/innen nannten Conny immer "die mit dem goldenen Gesicht".



Hier sieht man Conny 2003 auf dem Lenauer Schafehof. Vorne ihr Söhnchen "Paul Braunohr", hinter ihm seine Schwester "Kühchen Pauline" Pauline hatte  braune Kuhflecken an den Beinen, Paul hatte braune Ohren. Paul und Pauline sind die Kinder von Conny und Thilus. Wie ihre beiden Eltern sind sie mehr Sensibelchen, ganz zarte Wesen, nicht so auftrumpfend oder fordernd, wie andere. Ihr merkt, bei den Schafen ist es nicht anders als bei den Menschen und nicht anders als in jeder Schulklasse. Es gibt da die Lauten und die Leisen, die Fordernden und die Zarten.

Weiter hinten stehen Fleckchens Kinder Fläumchen und Löckchen. Das war im April 2003. Fläumchen ist immer noch in der Herde, jetzt in der Schäferei. Löckchen wurde weggegeben. Sie haben wir aus den Augen verloren und wissen nichts mehr über sie.


 Hier ist Conny schon alt, das Bild ist von 2012.



Dieses Bild ist von 2013. Man sieht, wie aufmerksam und "da" Conny trotz ihres alten Körpers noch ist.



 Hier war sie noch etwas jünger, so 2011 war das.



2011 nach der Schur. Danke an Ernesto - er schor unsere Alten bis zuletzt, denn eine normale Schafeschur, wo alles ganz schnell gehen muss, ist für alte Schafe nicht mehr möglich. Sie würden dabei verletzt werden, weil man auf ihre alternde Haut mehr aufpassen muss beim Scheren als bei jüngeren Schafen.



Das ist 2011. Fleckchen und Conny haben die Schur gut überstanden und ruhen sich aus. Fleckchen ist immerhin schon zwanzig Jahre alt, Conny fünfzehn.



 Wer will, sieht einem Tier doch an, ob es sich wohl fühlt. Hier lächelt Conny vor Wohlbehagen, das ist 2011.



Dieses Bild ist aus dem Sommer 2008, als die Lenauer Schafe Gras fressen lernten... Sie hatten vorher ihr ganzes Leben lang doch immer nur Heu bekommen. Sie durften ja nicht mehr aus dem Gehege raus, weil sich dann Menschen ereiferten, das sei zu unhygienisch und eine Gefahr für die Schulkinder.... Glaubt es oder nicht: In den frühen achtziger Jahren liefen auf dem Schafehof Hühner frei herum, und die Schafe auch!!!! Und manchmal sogar waren die in der Sandkiste, stellt Euch das vor!!!
Und NIEMAND fand etwas dabei!! Das ist sehr lange her!


Es gibt ja Stimmen, die sagen, die Zahl der Allergien bei Kindern könne auch daher kommen, weil sie und ihr Immunsystem ZU WENIG mit natürlichen Situationen konfrontiert sind. Immunsysteme müssen auch lernen. Wo waren wir denn als Kinder? Auf dem Bauernhof, in der Natur, wo es nach heutigen Maßstäben nur dreckig war. Das sorgte für ein sehr stabiles Immunsystem. Also, wie gesagt, die Schafe mussten lernen, wie man weidet... das war ab dem 12. Dezember 2007. Da kamen sie in die Schäferei, denn vorher waren sie mutwillig schwer verletzt worden...aber das ist eine andere Geschichte.



Hier ist Conny mit Willi zusammen, 2012 war das.



 Jetzt hab ich das Foto mit Conny und Scherii noch gefunden!! Das war am 2. April 2013. Das war Connies letzte Begenung mit einem Lenauer Schulkind. Sie hat in der Schäferei viel Zutrauen zu Menschen gewonnen und war mit den Kindern hier immer gern zusammen. In der Schule vorher war sie eher scheu.
Hinten liegt Fleckchen.




 Hier bewundert Scherii Bonsais Kind...

Wie es dann weiterging, erzähle ich beim nächsten Mal! Ich bin einfach mal bei Conny hängengeblieben. Dabei hab ich noch sooo viel zu erzählen. Aber Conny hat es verdient, dass man sie mal wichtig nimmt.
Vielen Dank Conny, es war so schön, Dich kennengelernt zu haben!

Liebe Grüße
Eure Minna 



Montag, 8. April 2013

Schafeausflug am 2.4.


Am 2.4.2013 bin ich mit Minna zu den Schafen gefahren,zuerst haben wir auf noch jemand gewartet, aber die kam nicht, sie hat leider verschlafen, also dann ohne sie los, im Auto hab ich ein bisschen Musik gehört und sowas. Dann als wir da waren,ging Minna  mit Bruno und ich durfte mit Herrn Klinglers zu den Müttern, die Mütter haben schon ihre Lämmchen,es sind 36 Lämmchen,und die sind ziemlich Süß.
Ich ging dann noch zu Cony und Fleckchen , Fleckchen scheint vom Körper immer älter zu werden.

Dann kam Minna mit Bruno, Bruno wurde von der Leine befreit, Bruno kam dann ohne Leine zu mir, er wollte gucken wer ich bin, und ich bin weggerannt, Bruno ist mir hinterhergerannt, und ich hätte fast ein Herzinfakt bekommen. Das war ne riesen erfahrung.
Dann gingen Minna und ich zuerst zu den Lenauernschafen, ich hab mich nicht rein getraut,aber dann als Minna die andern abgelengt hat,damit ich zu Alma gehen kann, bin ich zu Alma gegangen,und Alma ist einfach weg gegangen,fand ich ziemlich fies von ihr. Aber dann gingen Minna und ich zu den Müttern,und den Lämmern,Frau Klingler hat gesagt dass ich Bonsais Kind ein Fläsch'chen geben darf.



Ich hab ihr dann ein Fläsch'chen gegeben.
Ich durfte sie sogar auf den Arm nehmen.
Gestreichelt hab ich sie auch.
Dann war ich noch ein bisschen bei Cony und Fleckchen.
Danach gingen wir auch.
Als ich zu hause war nahm ich ein schönen warmen Bad.
Das war auch der Ausflug.

Viele Grüße
Eure Cherry 

Bilder kommen noch.............

Sonntag, 10. März 2013

Wollfilzteppichschöpfungsergebnisse

Möchte sie nur noch zeigen, bevor sie morgen ihren "Schöpfern" zurückgegeben werden: die Wollfilzteppiche:


 "Irgendwas mit Graffity..." 
(hoffentlich nix Schlimmes... +_+)

 Ohne Titel. Vergessen zu fragen...

 Grrr, da lag eine Plastiktüte von....

 Frühling am Spielplatz

 "Lütfije...So heißt meine Mama!"

 Hier sind Mama und Papa mit drauf.

Herziges Katzengesicht.

Die weiße Wolle ist übrigens von Pauline. Das ist die Zarte, die oben auf dem Titel  vorne ins Bild schaut. Am 1. März wurde sie 10 Jahre alt. Da hat sie doch Glück gehabt bis jetzt, oder?? 

Neben ihr steht ihr Bruder Paul. Er ist am gleichen Tag geboren. Pauline und Paul sind sozusagen hochsensibel. Sie sind wunderbare Tiere und könnten beide noch einen zahlenden Schafspaten gebrauchen.... ; )) 

(30 Euro im Monat und ein Paar Socken im Jahr gratis. Aus der Wolle vom frohen Schaf. Und die Freude, etwas Gutes zu tun.) 

Hier sind die beiden im Sommer 2003, ihrem Geburtsjahr, auf dem damaligen Schafehof im Schafsgehege der LenauSchule zu sehen:


 Paul hinten, Pauline vorn, 
auf beiden Bildern.


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Samstag, 9. März 2013

Kinder sind Philosophen

In der Schule habe ich diesen schönen Raum, die Wollwerkstatt. Dort findet der Wahlpflichtunterricht statt. Der ist aber nur für die 5. und 6. Klasse. Oft bleiben jüngere Kinder stehen und fragen: "Kann ich auch mal was mit der Wolle machen?" und dann sage ich ungern immer nein. Doch ich bekomme keinen zeitlichen Ausgleich dafür, das ist nicht vorgesehen.
Freitags habe ich vier Stunden Unterricht und die Aussicht aufs Wochenende. Damit kann ich der Schule etwas von dem, was sie an Unterstützung für die Schafe und die Wolle  gibt, zurückgeben.

Wir filzten Teppiche, und, wie immer beim handwerklichen Arbeiten, entsteht so eine Erzählstimmung, S. fragte mich zum Beispiel, ob ich es mag, Lehrerin zu sein.

Die Wolle riecht angenehm, man kann sie nur in großer Ruhe bearbeiten, man muss sich Zeit nehmen. In dieser Zeit kann sich etwas entwickeln, das man so nicht planen kann. Ein Gespräch zum Beispiel. Das ist auch das Schöne an der Wolle.



Kinder wollen eigentlich immer gerne etwas tun. Gerne würde ich mit ihnen auch werken, mit Holz arbeiten, aber nun ist da schon die Wolle. Sie ist die Verbindung zu den Schafen, und das schafft Zusammenhänge.
Was uns allen in unserer Gesellschaft fehlt, ist der Blick und der Sinn für die Zusammenhänge; sie bestehen, aber sie werden nicht gesehen.
Dadurch bleiben wir alle beschränkter als wir es nicht sein müssten.
Aber ohne diese Worte macht es auch einfach Freude, etwas zu schaffen, zum Beispiel diese Teppiche hier. Ganz fleißig arbeiten die Kinder daran, die Wollfasern zu verfilzen. "Du musst auf der Noppenfolie mit den Händen hin- und hergehen und die Wolle gut massieren."........ K. (hinten) plötzlich: "Ich massiere die Wolle, und die Wolle massiert mich."
Ich bin platt. Das ist hoch philosophisch. Zeige meine Begeisterung. Da meint sie: "Aber ich spür es doch, hier, an der Hand, wie mich die Wolle massiert.." Ich massiere die Wolle, und die Wolle massiert mich.

Diese Empfindung, das, was von der anderen Seite kommt, überhaupt zu spüren - und dem dann Worte geben zu können, nehme ich als ein Geschenk in mein Wochenende mit!



Also ehrlich: Welcher Erwachsene erlebt in seinem Berufsalltag solche schönen Momente, wo plötzlich ein Lichtstrahl durch den Raum geistert...Das gab's doch sicher nur im Hain Akademos damals, oder? Erlebt Ihr auch solche schönen Augenblicke, wo etwas aufblitzt? Wo plötzlich irgendetwas anwesend ist, was eine Art Hintergrund, Panorama, schafft, eine neue Dimension eröffnet, so dass man die Dinge voller erfassen kann? Diese Dimension war sicher vorher auch schon da, aber ziemlich gut verborgen.
Ja, im Lehrerzimmer, da hab ich das, glaube ich, noch nie erlebt, man möge mir verzeihen....Sorry, aber es ist so. Leider!
Mit der Gestaltung hatte noch nie jemand Probleme. Du stellst die farbige Wolle hin, wenn der Teppich angefilzt ist, und - flugs - bildet sich etwas Farbiges darauf. Schön, zu sehen, wie es entsteht.
 



F. legte ein Herz, aus dem wurde dann ein Katzengesicht.



Jetzt ist der Teppich fertig. Schön ist er geworden!



Die Antwort auf S.s Frage war: Ja!
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Dienstag, 5. März 2013

Wollwerkstatt Erstes Treffen mit der neuen Gruppe

 Liebe Lenauerinnen und Lenauer!
 
Das erste Treffen mit der Wahlpflichtgruppe heute früh. Alle sind sehr interessiert und so freundlich, dass es wirklich eine Freude ist, mit ihnen die ersten beiden Stunden zu verbringen. 



Wir beginnen mal mit den Bällchen wieder, zum Jonglieren. Innen sitzt das Gelbe eines Kinderüberraschungseies, gefüllt mit Vogelsand. Damit der Ball eine gewisse Schwere hat. Drumherum ist gefilzte Wolle.




Einer hat sich abgesetzt. Er will unbedingt weben! Es ist Burak, der Junge, der sich nach dem Fisch erkundigt hatte. Er kann schon weben, sagt er. Wir finden zum Glück einen schon bespannten Rahmen, gleich legt er los. Den Rest der beiden Stunden hörst und siehst Du nix mehr von ihm, voll konzentriert webt er mit äußerster Geschwindigkeit. "Möchtest Du es mit nach Hause nehmen und dort weiter weben?" Nein, möchte er nicht.  Aber jetzt, wo wir mit den Bällchen schon fast fertig sind, da könnte es auch ein Bällchen sein. "Nee, das ist jetzt zu spät. Magst Du noch ein wenig Wolle kämmen?" Ein Glück, er mag und kämmt gleich eine schöne Perücke, ganz selbständig. Sogar die Schraubzwinge weiß er zu handhaben! Das kommt selten vor.
 
Grüße Minna 

Muss mal die Bälle fotografieren und hier vorstellen. Sie sind sehr hübsch geworden. Ich freue mich sehr auf dieses Halbjahr mit der Gruppe in der Wollwerkstatt! :))